Nur zum Vergnügen töten

Sorge um Bayerns Feldhasen; Bayern 26. März

Wie krank und schizophren ist das denn? Einerseits jammern, dass es immer weniger Feldhasen gibt; andererseits wurden 2016 etwa 60 000, vermutlich nur Gesunde, von Jägerhand getötet. Nachdem der Hase kein Krankheitsüberträger ist und keine Flurschäden anrichtet, ist anzunehmen, dass viele Jäger ihn nur zum Vergnügen töten. Denn welche sonstigen Gründe gäbe es, dass sich die Jäger so vehement dagegen wehren, den Hasen von der Liste der jagdbaren Arten zu nehmen, obwohl sich dadurch die Bestände am schnellsten erholen würden. Dass die konventionelle Landwirtschaft Hauptverursacher des Artensterbens ist, wird auch durch den dramatischen Rückgang der Feldhasenbestände belegt. Durch Maisanbau im großen Stil, Übernutzung, Überdüngung und Vernichten von Feldhecken wird den Tieren der Lebensraum und die Nahrungsgrundlage entzogen. Die mehrmalige Mahd nimmt ihnen die Deckung. Die häufigen Gülle- und Giftduschen sind schuld, dass die Feldhasen anfällig für Krankheiten werden, weil sie immer weniger Kräuter (Hasenapotheke) finden. Deshalb müssen mit der Agrarreform 2020 endlich landwirtschaftliche Betriebe zum Wildtierschutz verpflichtet werden, indem Subventionen nur noch die Landwirte bekommen, die zehn Prozent ihrer Fläche wildtierfreundlich gestalten. Dazu gehören Feldhecken, Ackersäume, Blüh- und Brachflächen, die eine Vielzahl an Kräutern als Äsung und Deckung bieten. 

Alexander Bauer München

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