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Katrin Woitsch: Schüler-Protest gegen Abschiebung eskaliert; Bayern 1. Juni

Man stelle sich folgenden Fall vor: Ein junger Mann flüchtet aus Afghanistan, weil er um sein Leben fürchtet. Er wird bei uns nach der zügigen Feststellung seiner Herkunft zeitig mit den Grundbedürfnissen des Lebens wie Unterkunft und Verpflegung, Betreuung und Sprachschule sowie dann vor allem Ausbildungsangebot aufgenommen, trägt damit frühzeitig zu seinem Lebensunterhalt sowie zu seinem täglichen Wohlbefinden durch eigene Leistung bei. Ihm wird nicht suggeriert, dass er ewig hier bleiben kann uns soll, aber er kann sicher sein, nicht zurück in Kriegsgebiete verfrachtet zu werden. Der junge Mann wird nach ca. 3-4 Jahren Selbstversorger mit abgeschlossener Berufsausbildung. Dann besserten sich in seinem Heimatland die Verhältnisse und er könnte zurück. Wie wird der Deutschland in Erinnerung behalten? Was kann bzw. wird der zum Aufbau seines Landes beitragen? Würde uns das mehr oder weniger kosten als die heutigen Verhältnisse des jahrelangen erzwungenen Frustes und Gammelnmüssens, die wir Flüchtlingen aufzwingen? Alternativ: Er will danach hier bleiben, weil er sich integriert, Partnerschaft gefunden, unsere Lebensweise schätzen gelernt hat? Wird der dann eine Gefahr oder eher ein wertvoller Beitrag zu unserer künftige Gesellschaft sein? Und nun denken wir uns noch in die Polizisten hinein, die von unverantwortlich handelnden Politikern in die Nürnberger Auseinandersetzungen geschickt werden. Ob die das alle gut finden, wenn sie gegen Schüler prügelnd und mit Pfefferspray kämpfen müssen? Und nun noch die jungen Leute, die einen afghanischen Kameraden schützen wollten, und dafür von der Polizei mit äußerster Härte beharkt wurden. Wird deren Glauben an Staat und Demokratie durch derlei gestärkt oder gebrochen? Ich glaube, es sprechen alle humanen und wirtschaftlichen Argumente für den ersten Weg. Hoffnung, dass das außer evtl. Entwicklungsminister Müller ein anderer CSU-Grande auch so sähe, habe ich allerdings absolut nicht! 

Alfred Münch Olching

Mit großem Bedauern habe ich gelesen, was Sie in Ihrem Artikel „Schülerprotest gegen Abschiebung eskaliert“ vom 1. Juni berichtet haben. Ein junger Afghane, auf dem besten Weg sich zu integrieren, muss zurück in sein gefährliches Land. Seine Mitschüler bekunden ihr Unverständnis und protestieren dagegen. Dafür werden sie mit Schlagstöcken bearbeitet. Wer hat den Mut, so etwas zu verantworten? Wir sind ein 80-Millionen-Volk und können ein paar Afghanen nicht verkraften? 

Ricardo A. Campos Geretsried

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