Unterkünfte im Kloster

Claudia Möllers und Christian Deutschländer: „Flüchtlingspolitik braucht sensible Sprache“; Bayern 5./6. Dezember

Ordensobere üben in einem offenen Brief massive Kritik an der Flüchtlingspolitik der CSU. Politische Rhetorik wird kritisiert, die Geflüchteten werden ins Zwielicht gestellt, anstatt sie als Mitmenschen zu betrachten, die Solidarität brauchten. Auch die Ankündigung von Aufnahmezentren klang in den Ohren der Ordensoberen zunächst sehr negativ. Aus reiner Nächstenliebe und Solidarität, sollten auch die Ordensoberen, in Absprache mit ihren Vorgesetzten, dringend benötigten Wohnraum und eventuell Grundstücke aus Kirchenbesitz für die vielen Obdachlosen und gestrandeten Menschen zur Verfügung stellen. Der tägliche Ansturm auf unsere Republik und Europa, wird so schnell nicht nachlassen. Gewaltausbrüche an der mazedonischen Grenze, rund tausendfünfhundert Flüchtlinge aus Marokko, Pakistan und Iran, denen die Einreise nach Mazedonien verwehrt wird, wehren sich gegen ihre Abschiebung, auch mit Gewalt. Früher oder später werden auch sie in Deutschland eintreffen, wir werden die Flüchtlinge weiter herzlich aufnehmen und willkommen heißen. Nur wohin mit all diesen vielen Menschen? Unterkünfte sind ein knappes Gut, Container bereits ausverkauft, ehemalige Kasernen sind überbelegt, Kommunen wissen nicht mehr wohin mit den täglich neu ankommenden Asylsuchenden. Angesichts leerstehender Pfarrhäuser und Klöster, zur Zeit wird gerade ein Kloster in Altomünster frei, dürfte es kein so großes Problem sein, zusätzliche Asylunterkünfte zu schaffen. Im Dezember beginnt in der katholischen Kirche weltweit das Heilige Jahr der Barmherzigkeit. Es wäre doch eine gute Geste, auf diese Art und Weise den verfolgten und in Armut lebenden Mitgeschöpfen zu helfen. Dann, können die obersten Ordensleute sagen: Man hat den Flüchtlingen nicht nur eine Stimme gegeben, sondern auch aus Solidarität eine Herberge. Die evangelische Kirche und die vielen Freikirchen, können sich auch noch gerne an solchen Aktionen beteiligen. Vielleicht kommt es auch dazu, dass nicht nur die Städte und Gemeinden Wohnraum für Schutzsuchende anbieten müssen, sondern auch private Unterkünfte benötigt werden. Also liebe Kirchenleute macht ihr den ersten Schritt, rückt etwas enger zusammen und tut Gutes, für eure lieben Mitmenschen, denen ihr eure Stimme gegeben habt. Nicht nur Worte (Stimmen), auch gute Werke (Taten) vollbringen. „Alles, was ihr tut mit Worten oder Werken, das tut alles im Namen des Herrn Jesus und dankt Gott, dem Vater, durch ihn.“ Kolosser 3,17

Karlheinz Dettweiler Haimhausen

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Willkommenseuphorie
Katrin Woitsch: „Die Flüchtlinge haben Panik“; Bayern 24. Februar, Ulrich Kaufmann und Christian Deutschländer: Der heikle Sonderflug nach Kabul; Politik 23. Februar
Willkommenseuphorie
Abschiebung: Recht oder Unrecht?
Katrin Woitsch: „Die Flüchtlinge haben Panik“; Bayern 24. Februar, Ulrich Kaufmann und Christian Deutschländer: Der heikle Sonderflug nach Kabul; Politik 23. Februar
Abschiebung: Recht oder Unrecht?

Kommentare