Bayern braucht die dritte Startbahn

„Wir wollen keine 3. Startbahn“; Leserbriefe 22. Januar Dirk Walter: „Kerkloh: ,Flughafen ist ein Stück Heimat‘“; Bayern 23./24. Januar

Wir sollten uns daran erinnern, dass der Flughafen München 1992 seinen Betrieb mit 12 Millionen Passagieren aufnahm. Heute nutzen aber 41 Millionen Passagiere genau dieses Bahnsystem, das nun fast 25 Jahre nach seiner Eröffnung erweitert werden soll. Die enormen Verkehrszuwächse sprechen doch für sich und belegen die Notwendigkeit der Kapazitätserweiterung. Der Flughafen München hat sich höchst erfolgreich zu einem internationalen Drehkreuz entwickelt, die anhaltend große Nachfrage rechtfertigt den Ausbau. Tatsächlich ist der Flughafen aber doch schon heute an der Grenze seiner Leistungsfähigkeit angelangt. Wie soll denn das künftige Verkehrswachstum bewältigt werden können, selbst dann, wenn nur ein moderates Wachstum angenommen würde? Im Übrigen weist der Flughafen München seit 1992 Wachstumsraten auf, die schon immer über dem Durchschnitt der deutschen Flughäfen lagen, sowohl bei der Entwicklung der Passazierzahlen als auch bei den Bewegungen: Seit 1992 verzeichnete der Flughafen München bei den Bewegungen ein jährliches Wachstum von 3,1% während deutsche Flughäfen (ohne MUC) nur um 0,5% wuchsen. Und das vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt prognostizierte jährliche Bewegungswachstum bezieht sich eben auf die Entwicklung in Deutschland. Auch die angeführte Auslastung der Flugzeuge bringt uns nicht weiter. In Heathrow starten vorwiegend die großen Langstreckenflugzeuge, weil der übrige Luftverkehr gleich auf mehrere zusätzliche Flughäfen im Großraum London verteilt werden kann. Auch die Forderung nach besserer Auslastung und größeren Flugzeugen geht an der Realität vorbei. Größere Flugzeuge setzen eben voraus, dass der Markt groß genug ist, diese auch dauerhaft füllen zu können. Das funktioniert in „Greater London“ mit einer Einwohnerzahl von rund 18, 6 Millionen, nicht aber in München. Jeder Versuch, die Marktgegebenheiten des Großraums London mit denen von München vergleichen zu wollen, ist daher abwegig. Die Flugzeuge, die ab München eingesetzt werden, ein Mix aus Langstreckenflugzeugen und vielen Zubringerflugzeugen, schneiden mit einem Auslastungsgrad von 76,6 % übrigens ausgezeichnet ab. Welcher Verkehrsträger ist denn besser ausgelastet als der Luftverkehr? Die Flieger ab MUC sind durchschnittlich zu mehr als drei Viertel besetzt, im Vergleich dazu ist die Bahn im Fernverkehr nur zur Hälfte ausgelastet (das Umweltbundesamt spricht von 44 %). Bayern braucht die dritte Startbahn. Die Mehrheit der CSU-Landtagsfraktion hat einfach die besseren Argumente und weiß, weshalb sie sich aus tiefer Überzeugung für dieses wichtige Zukunftsprojekt einsetzt!

Horst Jahnke Polling



Den Flughafen als ein Stück Heimat zu betiteln, ist schon ein klein wenig armselig, zumal zeitgleich von zugezogenen Menschen gesprochen wird, die ein hohes Mobilitätsbedürfnis haben. Ich denke die Heimat ist da, wo man geboren und aufgewachsen ist und nicht an einer Infrastruktur-Einrichtung wie einem Flughafen. Eine Nachbarschaft sollte geprägt sein von gegenseitigem Respekt und freundschaftlichem Verhalten. Niemand möchte einen Nachbarn haben der ständig Lärm macht, stinkt und seit 10 Jahren damit droht, dass man den eigenen Garten in Zukunft nicht mehr nutzen darf, weil er noch lauter und dreckiger werden möchte. Ein bisschen mehr Demut würde hier Herrn Kerkloh und seinen Mitstreitern gut tun. Sympathie kann man nicht kaufen, die muss man sich verdienen.

Martin Falkenberg Berglern

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