Noch mehr Dreck und Lärm

Flughafen will das Klima schützen; Bayern 8. Dezember

Finanzminister Markus Söder erklärt in seiner Funktion als Aufsichtsratsvorsitzender der FMG, dass mit dem Plan, die CO2-Emission am Flughafen bis 2030 um 60 Prozent zu reduzieren, bewusst ein Zeichen gesetzt werden solle, zumal der Flughafen eine 3. Startbahn haben wolle. Ich glaube hier „trumped“ Herr Söder, denn die geplante Reduzierung der Schadstoffe am Flughafen sind im Promille- oder Nano-Bereich im Vergleich zur Schadstoffzunahme im Falle einer 3. Startbahn – und dazu käme noch ein weiterer Anstieg der Lärmbelastung. 

Bernard Müller Freising

Da hat sich doch der internationale Luftverkehr als erste Industrie weltweit ambitionierte Ziele zur Reduktion seiner Emissionen gesetzt. Nun zieht auch der Flughafen München nach und legt ein schlüssiges Konzept zur klimaneutralen Entwicklung vor. Das scheint bei manchem einen heftigen Beißreflex auszulösen, droht doch ein geliebtes und gepflegtes Feindbild abhanden zu kommen. Ein Feindbild, das dem aufmerksamen Leser ohnehin reichlich konstruiert vorkommen wird. In der Luftfahrt haben sich Verkehrswachstum und Energieverbrauch längst entkoppelt. Wuchs die Verkehrsleistung des Luftverkehrs von 1990 bis 2014 um 223%, so legte der Treibstoffverbrauch dabei nur um 85% zu. Diese Zunahme wird nun zukünftig kompensiert. Heute verbrauchen die Flugzeuge deutscher Airlines im Schnitt nur noch 3,6 Liter Kerosin pro 100 Passagierkilometer. Ein Wert, der mit dem Einsatz moderner Flugzeuge, wie dem A320neo oder dem A350, weiter deutlich sinken wird. Dies geschieht schon alleine deshalb, weil die Treibstoffkosten einen hohen Anteil an den Aufwendungen einer Airline ausmachen. Dass die Energiebilanz der Deutschen Bahn im Vergleich zum Flugzeug weiterhin schöngerechnet wird, mag unter anderem daran liegen dass - „grüne“ Bahncard-Nutzer aufgepasst - immer noch 15- 20% Atomstrom verwendet werden. Flugzeuge können diese von Ökologen offensichtlich bevorzugte Energieart dagegen nicht nutzen. Völlig normal ist es, dass jede Industrie Umweltzertifikate einsetzen muss, denn ganz ohne CO2-Emissionen kann man eben nicht produzieren. Zu hoffen ist aber, dass alle diese Berufsnörgler inzwischen kein Auto mehr nutzen, maximal einmal im Jahr mit dem Zug fahren und das Heizen ihrer Wohnung möglichst eingestellt haben - denn nur so können sie die engagierten Vorgaben des Umweltbundesamtes (WBGU), das jedem Bundesbürger ein Klimabudget von 2,3t CO2 zugesteht, überhaupt einhalten. Tun Sie es nicht, sind Leserbriefe oder Artikel wie der des Herrn Walter pure Heuchelei. Back-up Info für die Redaktion Quelle für die Berechnung des klimaverträglichen Jahresbudgets: Der Wissenschaftliche Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (WBGU) geht in seinen Berechnungen zur Erreichung des globalen 2°C-Zieles (Limitierung des Temperaturanstiegs bis 2050 auf max. 2°C) von einem globalen Emissionsbudget von 750 Mrd. t CO? im Zeitraum 2010 - 2050 aus. Aufbauend auf diesen Angaben, hat atmosfair auf Basis einer durchschnittlichen Weltbevölkerung von 8,2 Mrd. Menschen im selben Zeitraum das durchschnittliche jährliche Klimabudget eines Menschen von 2,3 t CO? errechnet (vgl. WBGU Sondergutachten 2009). Bitte mal mit dem persönlichen Verbrauch oder dem eines Menschen ohne jegliche Geräte und Mobilitätsverhalten etc. gegenrechnen. Letzterer dürfte bei rd. 5t CO2 p.a. liegen. 

Thomas Höfer München

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