Ständige Meinungsänderungen und Taktierereien des Ministerpräsidenten

Kritiker beklagen „skandalösen Wortbruch“; Bayern 27. Oktober

Die Haltung der CSU ließ sich ja schon in der Vergangenheit einfach zusammenfassen in der Entscheidung, bei der Abwägung zwischen Wirtschaft und Natur in Bayern der Wirtschaft das Hauptgewicht zu geben - angefangen vom Insektensterben durch rücksichtslosen Einsatz von Vernichtungsmitteln über den touristischen Ausbau nicht nur der Alpen, sondern auch anderer Bergregionen bis hin zum Versiegeln von Quadratkilometern naturnaher Landschaft für die dritte Startbahn des bayrischen Zentralflughafens. Da ist der erneute Drehhofer des etwas unter Druck geratenen Ministerpräsidenten doch nur folgerichtig. 

Sieghard Schicktanz Eurasburg

Dass es einem Großteil unserer heutigen Politiker überwiegend um den eigenen Machterhalt, sowohl in ihrer Partei als auch im Land insgesamt geht, scheint inzwischen gang und gäbe zu sein. Eine Partei, deren Vorsitzender Herr Seehofer ist, die bei der letzten Wahl so eine Klatsche bekommen hat, müsste meines Erachtens direkt danach mit der Ursachenforschung beginnen und sich ernstlich fragen, wie man die Zukunftsprobleme in unserem Land zu lösen gedenkt, aber nicht im gleichen Stil weiterregiert. Probleme wären genügend vorhanden, ein jeder kennt sie, und es ist müßig, sie immer wieder zu wiederholen. Gesunder Menschenverstand wäre dafür sehr von Vorteil, der dem größten Teil unserer Politiker meiner Meinung nach abhandengekommen ist. Regiert wird heute überwiegend von Lobbyisten, Wirtschaftsvertretern, Verbänden usw. Herr Seehofer hatte bezüglich der 3. Startbahn meiner Meinung nach eine vernünftige Einstellung zur Lösung und auch ein gutes Verhältnis in Zusammenarbeit mit der Landeshauptstadt und dem OB. Seine plötzliche Kehrtwende ist einfach für einen normal denkenden Menschen unbegreiflich und nicht nachvollziehbar. Es kann sich in diesem Fall, wie oben schon erwähnt, nur um eigenes Machtinteresse handeln, da offensichtlich ein großer Teil der Partei nicht mehr hinter ihm steht. Diesen großen Teil der Partei, der auch immer für die 3. Startbahn votierte, will nun Herr Seehofer scheinbar zurückgewinnen. Dass unlängst die neue umweltschonendere und energiepolitisch sehr zu begrüßende Schnellstrecke der Bahn von München nach Berlin eingeweiht wurde, und sich sicher dadurch die Anzahl der Inlandsflüge reduzieren ließe, wird bei dieser innerparteilichen Auseinandersetzung total ignoriert. Tausende Quadratmeter Grünland sollen dadurch zubetoniert werden. Die Probleme der negativ betroffenen Anwohner werden ignoriert und der Umweltschutz bleibt dabei ganz auf der Strecke. Der große Zuspruch, den die Partei in Bayern jahrzehntelang hatte, wird durch diese ständigen Meinungsänderungen und Taktierereien des Ministerpräsidenten von großen Teilen der Bevölkerung negativ wahrgenommen, was ja auch viele vorangegangene Leserbriefe zu diesem Thema ausdrücken. Man darf auf die nächste Landtagswahl gespannt sein. 

Georg Denk Polling

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