Kompetente Förderung

Schlusslicht bei der Integration behinderter Schüler; Bayern 19. Juli

Der Satz „Bayerns Schulen gehören deutschlandweit zu den Schlusslichtern bei der Inklusion“ mag ja zahlenmäßig stimmen, in der Realität aber werden Schüler mit Förderbedarf anderswo kaum besser gefördert als in Bayern. Keine Regelschule könnte das – auch nur annähernd – leisten. Ständig ist von Inklusion die Rede, ständig davon, dass dafür zu wenig getan würde. Ich widerspreche dem leidenschaftlich. Hat man die Lehrkräfte an Mittel-, Realschulen und Gymnasien denn mal zu deren Meinung befragt? Wenn ich mit Lehrern offen spreche, äußern viele eine starke Skepsis, dass ein weiterer Ausbau der Inklusion den einzelnen Schülern wirklich gerecht würde. Viele Regelschulen sind als Lernorte jetzt schon mehr als gefordert, denn sie haben eine wachsende Zahl an Schülern, die an gesundheitlichen Problemen leiden – von ADHS bis hin zu seelischen Behinderungen – in ihren Reihen. Da ist Unterricht an sich schon eine Herausforderung. Wie sollen diese Schulen noch Kinder mit erheblichem Förderbedarf unterrichten? Mein jüngster Sohn besucht die 9. Klasse einer Förderschule in München. Er sitzt im Rollstuhl und braucht bei allen Dingen des täglichen Bedarfs umfassende Hilfe. Ich könnte mir kaum eine bessere Förderung vorstellen, als er sie im ICP in der Garmischer Straße bekommt – ebenso wie die vielen anderen Schüler dort. Ein Team von Lehrkräften, Sonderpädagogen und Therapeuten arbeiten in Förderschulen interdisziplinär zusammen, um für jeden einzelnen Schüler einen individuellen Lehrplan zu erstellen. Angeboten werden neben dem Unterricht unter anderem Sprach-, Ergo-, Physiotherapie, regelmäßig Sehförderung durch das Blindeninstitut München etc. etc. Wie könnte eine Regelschule das leisten? Außerdem bedeutet mehr Inklusion oftmals ein mehr an Arbeit für die Mütter behinderter Kinder: Wird das Kind in einer Regelschule unterrichtet, bleiben die nötigen Therapien - siehe oben - dann meist an der Mutter hängen. Mutter und Kind sind nach Schulschluss dann von einem Therapeuten zum anderen unterwegs. Damit ist niemandem geholfen. Deshalb: Danke, dass es Förderschulen gibt, und danke, dass die Förderung in Bayern so kompetent und gut ist! 

Daniela Gabler Starnberg

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