Funkzählerpflicht wirklich durchdacht?

Josef Ametsbichler: Datenleck am Wasserrohr; Bayern 19. Januar, Funk-Wasserzähler als Start zur Überwachung von Privathaushalten?; Leserforum 23. Januar

Die Funk-Wasserzähler sind nur der Anfang, wenn mal eingebaut, kommen die Stromzähler. Was die Manipulation der Stromzähler durch Häcker bedeuten kann, beschreibt das Buch von Marc Elsberg: mit dem Titel „Black out“ eindringlich. Dass es soweit kommt, wie in diesem Roman beschrieben, dass bei einem Stromausfall keine Züge mehr fahren, keine Tankstelle mehr Benzin abgeben kann, dass Supermärkte nicht mehr versorgt werden können, dass die Strom-und Wasserversorgung der Bevölkerung nicht mehr gewährleistet ist und nicht zuletzt die noch in Betrieb befindlichen AKWs nicht mehr gekühlt werden können. Dieses Szenario ist sicher etwas übertrieben, aber wenn Kriminelle schon ins Pentagon eindringen können, ist es sicher nicht schwer, Versorger wie Eon oder die Stadtwerke München zu manipulieren. Unseren Politikern empfehle ich dringend, sich Gedanken darüber zu machen, ob der Digitalisierungs-Wahn nicht irgendwo auch seine Grenzen hat. Zudem verweise auf ihren Amtseid, wo es heißt: Ich schwöre, dass ich meine Kraft dem Wohle des deutschen Volkes widmen, seinen Nutzen mehren, Schaden von im wenden werde usw. So wahr mir Gott helfe. 

Kurt Müller-Brand München

Funkzählerpflicht wirklich durchdacht? Was mich an einem elektronischen Wasserzähler stört, ist, dass er Strom benötigt und ständig verbraucht um überhaupt zu funktionieren. Nun soll also die Trinkwasserversorgung mit dem Stromnetz gekoppelt werden. Es soll also 365 Tage im Jahr Strom verbraucht werden, um einmal im Jahr der Verbrauch abzulesen. Was passiert bei Stromausfall? Das kommt ja häufiger vor, sei es, weil die Sicherung herausgeflogen ist, wegen Bauarbeiten kurzfristig ganze Straßenzüge abgeschaltet werden, wegen Problemen im Trafohäuschen ganze Stadtviertel ohne Strom sind, wegen Sturmschäden ganze Regionen stundenlang ohne Strom sind. Ist dann auch sofort die Trinkwasserversorgung gekappt? Wie sieht das in Hochwassergebieten aus? Wenn der Keller vollläuft, muss zumindest dort der Strom abgeschaltet werden. Das ist aber genau der Ort, an dem die Wasseruhr sitzt. An ein Jahrhunderthochwasser wollen wir gar nicht erst denken. Falls die Dinger batteriebetrieben sind, wäre zu klären, was passiert wenn die Batterie schwach und der Zähler damit unzuverlässig wird? Man kennt das ja von der Uhr die plötzlich nachgeht, oder dem Rauchmelder, der einen Alarm auslöst oder vom Elektrowecker, der nach einem kurzzeitigen Stromausfall bereits vergessen hat wie spät es ist. Wie kann ich Anzeigefehler beweisen? Indem ich zusätzlich einen privaten, mechanischen Wasserzähler installiere? Haben die Landtagsabgeordneten diese Fragen bereits geklärt? Wenn ja, wäre es schön, wenn der Münchner Merkur uns darüber berichten könnte. Wer ist überhaupt auf die Idee mit den Funk-Wasserzählern gekommen und warum? Hat das mit dem Vertrauensvorschuss bei der seit einigen Jahren praktizierten Selbstablesung nicht geklappt? Oder wollen die privaten Stromversorger nun auch an der Trinkwasserversorgung mitverdienen? Gehört der Zugang zu sauberem Trinkwasser nicht zu den Menschenrechten? Kann man diese mit einer Gemeindeordnung aushebeln? Wer keinen Funkzähler will bekommt auch kein Wasser mehr? Darf ich im Gegenzug der Gemeinde die Strom- bzw. Batteriekosten für den Funkzähler in Rechnung stellen? Wurden die Funkwasserzähler bereits erprobt? Falls ja, wann, wie lange und von wem? Liebe Datenschützer, der Mensch ist ein Gewohnheitstier und so kann man, wenn man die mehrere Jahresverbräuche eines Privathaushaltes miteinander vergleicht auch daraus schließen, dass sich die Personenzahl des Haushalts geändert hat. So kann man Verstößen gegen das Meldegesetz auf die Spur kommen. Dazu brauch es aber keine elektronischen Wasserzähler. Und bei Wohnanlagen und großen Mietshäusern funktioniert das nicht, denn da gibt es nur eine offizielle (Funk-)Wasseruhr und ganz viele mechanische Privatzähler. - Vielleicht sollten Sie hier ansetzen. Thema: Ungleichbehandlung. 

Angela Glombik München

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