Livestream der Polizei: Bande will Geldautomat sprengen - „Wir reden von Profis“

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Ein Wolf ist wieder in Bayern eingewandert.

Geteiltes Echo auf den Wolf in Bayern

„Es hat den Anschein, dass niemand aus der Geschichte von Bruno dem Bären gelernt hat. Nachdem diesem wahrscheinlich sogar aus dem Hinterhalt das Lebenslicht ausgeblasen wurde, scheint das tiermordlustige Völkchen aus dieser Region nun eine blutrünstige Bestie mit Namen Wolf als nächstes Opfer auserkoren zu haben.

Welches Verbrechen hat der zweifelsohne als Wildtier zu bezeichnende Wolf denn schon begangen? Er passt einfach nicht mehr in die von uns Menschen umgekrempelte Natur, in der er aber sicher die älteren Besitzansprüche geltend machen könnte. Allein durch das Verbrechen Hunger zu haben, verdient er aber den Tod ohne Wenn und Aber. Das Problem unserer Wildtiere ist die fehlende positive Lobby seitens der Bevölkerung, die damit zufrieden ist, ihren Kindern nur noch auf Bildern zeigen zu können, mit welch herrlichen Geschöpfen wir uns einst die Natur geteilt haben. Eigentlich sind wir Bayern ja als Menschen mit Schneid und Verstand bekannt, wohin sich der allerdings im Umgang mit einst heimischen Wildtierarten verflüchtigt hat, wird mir immer ein Rätsel bleiben.“

 Ewald Kielhauser Peißenberg



„Geht man davon aus, dass sich der Lebensraum des Wolfes eher in den Weiten Nordamerikas und Nordosteuropas befindet, als in überfrachteten bayerischen Touristengebieten, so muss man ihn als ,Irrläufer‘ betrachten, ihn wegfangen und in sein Biotop zurückführen oder ihn jagdlich eliminieren. Es sind Phantasten, die glauben, Wolf und Bär bei uns wieder eingliedern zu können, es fehlt an Rückzugsräumen und Weite in der Natur. Den Bauern eine gut gefüllte Schatulle zu Ausgleichszahlungen anzudeuten, ist dabei mehr als zynisch, jeder Landwirt hat auch eine persönliche Beziehung zu seinen Tieren und möchte sie nicht als angefressene Kadaver von der Weide räumen müssen, was sicherlich zur Routine werden wird, wenn ,Lupo‘ mit der ganzen Familie zum Schmausen einfällt. Gibt es leichter Beute zu erlangen, als ein ruhendes Schaf? Aber: Solange wir auf jeden möglichen Berg eine Straße bauen, Skipisten in die Wälder roden und künstlich beschneien, die Mountainbiker die Berge runterrasen und wir über Sky-Walk in Abgründe blicken, bleibt die Hoffnung, Meister Petz und Isegrim drehen um und machen sich freiwillig davon.“

 Edmund Jedamczik Geltendorf



„Ich verstehe die Almbauern, die Angst um ihre Schafe haben. Diese sind für den Wolf eine leichte Beute und er wird ihnen nachstellen. Die Frage ist nur, sollte sich ein so reiches Land wie Deutschland nicht so ein schönes Tier wie den Wolf leisten und über einen Entschädigungsfonds für einen Ausgleich für die Bauern sorgen. Herr Fröwis ist da offensichtlich anderer Meinung und würde den Wolf auch illegal abschießen, obwohl er, wie Sie berichten, bei der Polizei arbeitet. Dass sich die Polizei jemanden leistet, der zu illegalen Handlungen aufruft oder sie gar selbst ausführen will, halte ich für bedenklich. Der Bayrischzeller Bürgermeister Helmut Limbrunner glänzt in der Diskussion seit jeher mit absoluter Unkenntnis. Ich selber habe viele Jahre in Kanada gelebt und habe dort kein scheueres Wildtier erlebt als den Wolf. In vielen Jahren, in denen wir in der Natur nördlich von Toronto unterwegs waren, haben wir keinen einzigen Wolf gesehen, obwohl viele Rudel in dem Gebiet lebten. Den Beweis konnte man an jedem ersten August-Wochenende erleben, wenn die Ranger ein Wolfgeheul imitierten und die Rudel aus der Umgebung antworteten. Das war die Touristenattraktion schlechthin und zog Jahr für Jahr immer mehr Besucher an. Nebenbei bemerkt, vor den ebenfalls dort vorkommenden Schwarzbären hatten wir einen höllischen Respekt. Die werden nämlich von allem Fressbaren angezogen und das sollte man dann tunlichst nicht im Zelt oder sonst wie in der Nähe haben. Aber auch hier gilt, solange man sich an die Spielregeln hält, passiert auch nichts. Ich hoffe, dass es dem Wolf besser ergeht, wie unserem Bären Bruno. Die Politik, in Person von Herrn Söder, sollte jetzt endlich Flagge zeigen und den Bauern nochmals deutlich machen, dass Ihnen Schäden durch den Wolf ersetzt werden, aber auch klar zum Ausdruck bringen, dass der Wolf bleiben darf. Dass sich Herr Söder mit klaren Statements leider schwertut, haben wir allerdings schon bei anderen Themen erlebt (siehe Rauchverbot).“

 Hubertus Krisinger Emmering



„Die Diskussion mit betroffenen Bauern, Bürgermeistern und dem Sprecher des Bundes Naturschutz Hubert Weiger war wenig zielführend. Sie konnte es auch nicht sein, da die Argumentationsgrundlagen, die Weiger für die Existenzberechtigung des Wolfes in bayerischen Oberland anführte, nicht gegeben sind. Ich sehe eine Lösung des Problems nur bei Beachtung folgenden Grundsatzes: In einer Region, in der ein Raubtier (Wolf oder Bär) sich aufgrund der gegebenen äußeren Umstände letztlich nur von Haustieren wie Schafen und Rindern ernähren kann, hat er keine (legale) natürliche Existenzgrundlage mehr. Es ist den Bauern nicht zuzumuten – auch nicht gegen Entschädigungszahlungen – eine künstliche Existenzgrundlage wie in einem Tierpark herzustellen. Die Anwesenheit eines Ministers oder Staatssekretärs hätte auch keine andere Aussage erbracht.“

 Jakob Geltinger München

„Den größten und zweifelhaftesten Eindruck in diesem Artikel haben sicherlich der Bezirksalmbauer Sepp Kern und der Vorsitzende der Rosenheimer Schafhalter, Werner Fröwis, hinterlassen. In ihren Aussagen spiegelt sich viel falscher Stolz und Unüberlegtheit. Man fragt sich, ob es Herrn Kern und Herrn Fröwis jemals zumindest in den Sinn gekommen ist, sich mit den Argumenten ihrer Konkurrenten zu beschäftigen. Auf jeden Fall beweist hier der Mensch wieder im Kleinen was auch im Großen für eine Interessenpolitik betrieben wird. Almbauern und Jäger sehen nur Kosten und Schäden, Tierschützer sture Einheimische, manche Mutter sorgt sich um ihr Kind, wenn es den Schulweg antritt, und die Politik ziert sich noch mit klaren Aussagen um keine Wähler zu verlieren. Den Wolf einfach abzuschießen, wenn dieser sozusagen auf frischer Tat ertappt wird, wie es Herr Fröwis vorgeschlagen hat, ist auf jeden Fall der falsche Weg. Es wundert mich, dass Herr Fröwis so eine unüberlegte Aussage fällt. Als Polizist in Teilzeit müsste ihm klar sein, dass er sich damit nach dem Bundesnaturschutzgesetz nach § 69 strafbar macht und mit bis zu 50 000 Euro Geldbuße rechnen muss. Für 50 000 Euro lassen sich sicherlich mehr Schafe kaufen und züchten wie ein Rudel Wölfe wohl in einer Saison reißen könnte. Herrn Georg Mair möchte ich auf diesem Weg fragen, wie er seine Aussage ,der hat hier nichts verloren‘ rechtfertigt? Der Wolf wurde vor zirka 100 Jahren vom Menschen aus dem Oberland vertrieben und ausgerottet. In dieser Hinsicht ist also der Wolf als einheimischer Rückkehrer zu betrachten. Der Mensch hat kein alleiniges Besitzrecht für diesen Planeten, hat somit also kein Recht, einen Wolf einfach abzuschießen, nur weil dieser Kosten und höhere Vorsicht verlangt. Die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft hat schon vor über zehn Jahren den sogenannten Luchsfonds eingeführt, wo geschädigte Almbauern für ihr gerissenes Vieh entschädigt werden. Auf jeden Fall werden hier Ausgleichszahlungen bis zu 200 Euro gewährleistet, dies übertrifft in der Regel den Wert eines Schafes. Auch muss angezweifelt werden, was denn alles vom Wolf gerissen sein soll. Hier werden sicherlich viele Schafe mitgezählt, die nicht vom Wolf erlegt wurden, zum Beispiel durch wildernde Hunde, Blitz, Fuchs, Forkeln oder Felssturz usw. Wie ich aus eigener Erfahrung berichten kann, sollten sich manche Almbauern lieber um ihre derzeitige Herde kümmern, um zu verhindern, dass noch mehr Lämmchen zu Beginn des Herbstes erfrieren, so wie dies häufiger vorkommt. Hier sollten die Almbauern ansetzten! Von riesigen Investitionen in sichere Weidezäune (75 000 Euro) halte ich gar nichts, hier muss ich Herrn Limbrunner recht geben. Natürlich kann man darüber diskutieren, nachts die Schafe einzuzäunen, allerdings im preislich angemessenen Verhältnis. Auch die Ängste mancher Bayrischzeller sind nachvollziehbar, aber kein Grund für einen Abschuss und entstanden durch übertriebene Panik-Verbreitung. Vieles lässt sich ganz einfach klären, wenn die Politik endlich ein klares Statement verfasst.“

 Maximilian Scherer Fischhausen/Schliersee


„Leider ignorieren viele Tierfreunde, dass dieser Wolf keineswegs nur aus Hunger tötet, sondern auch mehrere Schafe schwer verletzt liegen ließ, sodass sie notgeschlachtet werden mussten. Auch die von Behördenseite empfohlenen Herdenschutzhunde können in dicht besiedelten Gegenden problematisch sein, da sie mitunter Wanderer bedrohen. Besonders enttäuschend ist, dass Umweltminister Söder sich zum Thema Wolf überhaupt nicht äußern will, obwohl er sich kürzlich beim Altmühltaler Lammabtrieb scheinheilig mit Schäferhemd und geschmücktem Schäferstab als ,guter Hirte‘ der Öffentlichkeit präsentierte und die Verdienste der Schafhaltung in der Landschaftspflege lobte.“

 Angela Selmeier München

„Wohin mit dem Wolf?“; Leserbriefe 15. November, Dirk Walter: „Wilderer- Stimmung gegen den Wolf“; Bayern 12. November

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