Hochgiftiges Gemisch

Dominik Göttler: Kurswechsel bei Glyphosat; Bayern 20./21. Januar

Die Diskussion um Glyphosat wird unredlich geführt von der Politik, der Industrie, den Medien und den NGOs, weil sie die falsche Basis hat. Glyphosat ist meist ein – vergleichsweise weniger gefährlicher – Trägerstoff für hochgiftige chemische Zusätze, die in ihrer Zusammensetzung von der Chemie-Industrie als Betriebsgeheimnisse gehütet werden und angeblich deshalb nicht erforscht und bei der Beurteilung nicht berücksichtigt werden könnten. Nicht Glyphosat allein, sondern erst die vielfältigen Zusätze machen das Gemisch zu einer hochgiftigen Substanz für Mensch, Tier, Pflanze und Boden. Nach einer EU-Vorschrift sollte jedes dieser Gemische in wiederkehrenden Abständen auf seine Schädlichkeit in jedem EU-Land geprüft werden. Doch darum schert sich niemand. Sogar die EFSA, nur beauftragt mit der Prüfung des Trägerstoffes Glyphosat, stellt zwar Glyphosat einen Persilschein aus, weist aber auf diese entscheidende Lücke in ihrer Kurzfassung zur Glyphosat-Risiko-Bewertung hin. Ich sehe die Gefahr, dass ein gut untersuchtes Herbizid wie Glyphosat mit bekannten Wirkungen nach Komplettverbot gegen dann angeblich erforderliche neue, in ihrer Breitenwirkung wenig erforschte Wundermittel ausgetauscht wird. Ein Beispiel dazu sind angeblich „bienenfreundliche“ Neonikotinoide, die in ihrer hochgradigen Toxizität neue Maßstäbe setzen und den Bienen ihr Navi zum Heimflug rauben. Wir müssen aufhören, unsere Lebensgrundlagen zu vergiften! 

Heiner Schwab Lenggries

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