Noch einmal Gutmensch

„Gutmensch und guter Mensch“; Leserbriefe 14. Januar

Es ist ja wohl ein gewaltiger Unterschied, ob man als Gutmensch mit zweckbewusst gezeigtem Mitgefühl sowie großkotzigen Ankündigungen und Versprechen andere Menschen zur Flucht aus ihrer Heimat, ihrem Lebens- und Kulturkreis veranlasst, um sie dann als Flüchtlingsstrom seinem eigenen Volke und den übrigen europäischen Nachbarn überantworten zu wollen – oder umsichtig und entschlossen Hilfe zu leisten wie es von guten Menschen ganz selbstverständlich zu erwarten ist. Der Höhepunkt der Heuchelei scheint erreicht au sein. So viel zum Begriff Obergrenze.

Roland Pohl Grainau

Noch einmal Gutmensch: In ihrem Beitrag erkennt Frau Zimniok einen deutlichen Unterschied zwischen einem Gutmenschen und einem guten Menschen, erklärt ihn aber nicht. Der Ethiker Hans Küng definiert; „Gut gemeint ist das Gegenteil von gut.“ Nach Küngs Definition bewirkt ein guter Mensch Gutes und ein Gutmensch das Gegenteil. Pater Dr. Boekholt steht im Wort Gutmensch eine Verleumdung aller guten Menschen. Ich glaube es gibt in der Mitte unserer Gesellschaft einen überwältigenden Konsens darüber, dass Menschen, die Gutes bewirken, zu ehren sind. Das Missverständnis beruht darauf, dass die einen dem Novum Gutmensch die Bedeutung guter Mensch und die anderen die Bedeutung Heuchler, oder Gutmeinender unterlegen. Scheinbar haben die Juroren die Zweideutigkeit im Wortsinn übersehen.

Christian Schiel Murnau

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