SOS-Ruf der Hebammen

Aglaja Adam: „Wo das Leben startet, wird gespart“, Interview mit Claudia Hindenberg; Bayern 2./3. Oktober

Ein SOS-Ruf der Hebammen, die trotz ihrem großen Idealismus bei gezielt schlechten Rahmenbedingungen um ihre Existenz fürchten müssen. Die Tendenz einer Zentralisierung in nur noch sehr große Geburtszentren ist für gebärende Mütter wegen teils großen Entfernungen gefährlich und eine Zumutung. Es wird wieder einmal am falschen Platz gespart. Die Hebamme bekommt für eine Geburt nur 200 Euro, vermutlich ohne Nacht- und Feiertagszuschlag. Allein die Haftpflicht verschlingt 7000 Euro, dafür sind 35 Geburten für diesen Posten notwendig. Hinzu kommen noch alle weiteren Kosten. Bei einem Wunsch-Kaiserschnitt handelt es sich immer um eine Frühgeburt mit einem naturgemäß schwächeren Immunschutz. Hier sind die Krankenkassen jedoch deutlich freigiebiger. Die Hebammen müssen für ihre wertvollen Dienste ordentlich bezahlt werden und wieder mit arbeitsgerechten Bedienungen rechnen dürfen. Sie haben unsere Unterstützung mehr als verdient. So darf es nicht weiter gehen. Dass diese wichtige Thematik in eine Koalitionsvereinbarung einfließt, wäre ein gutes Zeichen. Falls nicht, gibt es vielleicht doch noch Neuwahlen und wenigstens die Bürger behalten dieses Thema im Gedächtnis. 

Renate und Alois Heiß Eichenau

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