Hebammen-Mangel

Hebammen-Studie; Bayern 7. April

„Ein Mangel an Hebammen in Bayern ist durch Zahlen derzeit nicht belegbar, vielmehr nimmt die Zahl der Hebammen in Bayern seit Jahren zu, meint Frau Huml. Scheinbar hat unsere Gesundheitsministerin die 90er Jahre Auswertung dazu auf ihrem Schreibtisch liegen, denn hätte sie nur auf die Landkarte des Deutschen Hebammenverbands einen Blick geworfen, hätte sie erkennen können, wie viele 1000 Frauen in Bayern vergeblich eine Hebamme zur Betreuung gesucht haben. Und dabei sind dort nur diejenigen eingetragen, die die Unterversorgung unter unsere-Hebammen.de eingetragen haben. Die tatsächliche Zahl der nicht betreuten Frauen ist noch viel höher. Während sich die Spirale der Kreißsaalschließungen in Bayern immer rasanter dreht, die übrig gebliebenen Geburtskliniken immer häufiger wehende Frauen an der Kreißsaaltüre aufgrund Überfüllung abweisen müssen, hängen immer mehr Kolleginnen ihre Hebammentätigkeit an den Nagel, da sie entweder nach Schließung ihres Kreißsaales frustriert sind und sich nicht in der Rolle als Monitorwächterin über 5 Frauen gleichzeitig sehen wollen oder aufgrund der mageren Gebührenordnung für Hebammen sich ihre Ausübung als Beleghebamme an einer kleinen Geburtshilfe schlichtweg nicht leisten können. Ich kenne Kolleginnen, die deshalb nun Töpfe eines namhaften Herstellers verkaufen, da dabei unterm Strich mehr Geld verdient ist. Wenn die Staatsregierung immer noch keinen Handlungsbedarf sieht, frage ich mich, was erst passieren muss, damit die Damen und Herren Politiker in die Gänge kommen! Muss erst ein Kind und/oder eine Mutter bei der Herbergsuche nach einem freien Kreißsaalplatz unter Wehen an einer geburtshilflichen Komplikation einen Schaden nehmen oder gar sterben? Müssen erst auffällig höhere Zahlen an Kaiserschnittraten, nicht gestillten Kindern, mangelnder Elternkompetenz, verzweifelter Mütter eines Schreibabys oder leidend an postpartalen Depressionen vorliegen, damit Initiative ergriffen wird? Hebammen sind Expertinnen für Schwangerschaft, Geburt , Wochenbett und Stillen und erfüllen einen sehr wichtigen Auftrag zur Förderung der Elterlichen Kompetenzen! Und ihr Schwinden wird sich nicht nur negativ auf die Familien, sondern letztendlich auf unser ganzes Gesundheitssystem auswirken. Frau Huml ist sich scheinbar nicht bewusst, dass das Kind bereits in den Brunnen gefallen ist. Noch ist es nicht ertrunken. Aber lange wird es nicht mehr strampeln. Kristina Hasenknopf Hebamme, Habach

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

BOB stößt an ihre Kapazitätsgrenzen
Christoph Hollender: Ausnahmezustand in der BOB – selbst erlebt; Bayern 17. Oktober
BOB stößt an ihre Kapazitätsgrenzen
SOS-Ruf der Hebammen
Aglaja Adam: „Wo das Leben startet, wird gespart“, Interview mit Claudia Hindenberg; Bayern 2./3. Oktober
SOS-Ruf der Hebammen

Kommentare