Digitale Demenz

Dirk Walter, Georg Anastasiadis, Corinna Maier: „Jeder Schüler braucht ein iPad“, Interview mit Herbert Henzler; Bayern 12. Juli

Nichts gegen neue Informationstechniken, nichts gegen das iPad! Aber bei aller Begeisterung für eine digitale Revolution an den Schulen sollte man das Wichtigste nicht vergessen, nämlich das Bildungsziel, dem jede Informationstechnik zu dienen hat und das sich zum großen Teil auch auf sehr traditionelle Art erreichen lässt, zum Beispiel mit Frontalunterricht. Was die Schüler brauchen, das sind Lehrer, die (abgesehen vom Grundwissen in allen Fächern) insbesondere die folgenden Kompetenzen und Fähigkeiten vermitteln: die Beherrschung der Muttersprache, ihres Wortschatzes, ihrer Grammatik; die Fähigkeit, klar, präzis und folgerichtig zu denken, zu argumentieren, zu formulieren; die Fähigkeit, das Wesentliche vom Unwesentlichen zu unterscheiden, das Hochwertige vom Wertlosen (nur dann können sie aus der Flut der Informationen das Beste auswählen); die Fähigkeit, sich ein eigenes, selbstständiges Urteil zu bilden in allen Bereichen des menschlichen Lebens; Freude an Literatur, Kunst, Musik; ethische Wertmaßstäbe. Ein solcher Unterricht verhindert digitale Demenz. Zum Abschluss ein guter Rat für die Schüler: Surft ruhig hin und wieder mit eurem iPad im Internet! Dieses Gerät mit allen seinen Apps besitzt zweifellos eine gewisse Faszination. Aber haltet Maß! Surft vor allem, und zwar auf höchstem Niveau, in der Welt der großen Literatur von Homer bis Thomas Mann! Dazu braucht ihr Zeit, Geduld, Ruhe und Konzentration, Bücher und Bibliotheken. Es lohnt sich. 

Wolfgang Illauer Neusäß-Westheim

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