Kein Ohr für die Jagd

Beatrice Ossberger: „Seehofers Veto ist unbegreiflich“; Bayern 27. Juni

Es ist schon ein einmaliger Vorgang, dass CSU-Ministerpräsident Seehofer gegen die Reform des Jagdgesetzes innerhalb der Regierungskoalition sein Veto einlegt, wo doch der Jagdverband, klassisches Wählerklientel der CSU in Bayern, diese ausdrücklich begrüßt. Da müssen sich die Jäger wohl eine neue politische Heimat suchen. Wenn sie in das Grundsatzprogramm der AfD schauen, dann wissen sie, wer für die Jäger ein neuer politischer Ansprechpartner sein kann. Fakt ist einfach, dass die Vereinheitlichung der Jägerausbildung und Jägerprüfung sinnvoll ist, um den Prüfungstourismus zu beenden. Auch die Vereinheitlichung der Kriterien für die Munition ist zu begrüßen. Die CSU stellt anscheinend neuerdings Naturschutzrecht über Jagdrecht in Schutzgebieten und sieht Probleme, wo selbst der Jurist Jürgen Vocke als Jagdverbandspräsident keine Probleme sieht. Normalerweise hört man auf die Fachverbände, die betroffen sind, aber anscheinend hat Seehofer kein Ohr für den Jagdverband, obwohl Vocke bekanntermaßen ein ehemaliger CSU-Landtagsabgeordneter ist. Ein verantwortungsvoller Jäger pflegt das Hegegebot zum Erhalt der Artenvielfalt und ist damit automatisch ein Naturschutzwächter, wie Vocke richtigerweise anführt, und ich aus Erfahrung mit meinen Jägern in der Nachbarschaft bestätigen kann. 

Franz Bergmüller Feldkirchen-Westerham

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