Die Lehre der Kirche

Ingo-Michael-Feth: Kurienkardinal giftet gegen Marx; Bayern 9. Februar

Mit dieser Totschlagüberschrift vermischt die Zeitung die Nachricht mit dem Kommentar. Ist das in Ordnung? Ist es wirklich so schlimm, wenn der Kardinal Cordes seinen Münchner Kollegen Marx an die Bibel und an die Lehre der Kirche erinnert? Sie haben doch beide bei der Kardinalserhebung Treue zur kirchlichen Lehre geschworen! Müssen jetzt die Leser gleich mit Worten wie „giften gegen“ und „erzkonservativ“ gegen Kardinal Cordes voreingenommen werden? Wenn es dem Münchner Kardinal Marx wirklich nur um den Segen für Homosexuelle ginge, dann könnte er sie doch in die Sonntagsmesse einladen! Dort wird doch regelmäßig allen Anwesenden der Segen gespendet. Aber Marx geht es offenbar um die offizielle Segnung der Paarbeziehung durch die Kirche. Damit gewinnt er sicher viel Beifall in der Öffentlichkeit. Dafür gibt er die Bindung an Bibel und kirchliche Lehre preis. Das kümmerte ihn schon nicht, als er den gefährlichen Beratungsschein von donum vitae nicht wahrhaben wollte. Er denkt nicht an die alte Erfahrung: „Wer heute den Zeitgeist heiratet, wird morgen verwitwet sein.“ Übrigens hätten wir noch mehr Gebote, die wir um den Preis des Beifalls relativieren könnten. Ob die Welt damit besser würde? 

Dr. Eduard Werner Andechs

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