Kirche steht für Humanität

Bayerns Bevölkerung hat wenig Vertrauen in die Kirche; Bayern 5. März

Insgesamt ist festzuhalten, dass diese Studie über die Kirche nichts Neues bringt. Die genannten Zahlen finden sich so bereits im Religionsmonitor von 2008. Der Artikel offenbart aber, wie falsch doch nach wie vor unsere Vorstellung von Kirche ist. Sie ist weder eine öffentliche oder staatliche Institution, noch gar eine Partei. Sie ist die Gemeinschaft der von Gott Gerufenen (ecclesia). Es geht nicht darum, dass die Bevölkerung dieser Gemeinschaft Vertrauen schenken soll oder nicht, sondern diese Gemeinschaft setzt sich aus Menschen zusammen, die Gott vertrauen. Als Institution, wie wir Menschen sie uns gerne schaffen, ist und bleibt sie, wie es der bekannte Pater Leppich einmal formuliert hat, ein „Saustall“, der aber „zweitausend Jahre nicht untergegangen ist“ und auch die nächsten tausend Jahre nicht untergehen wird, weil diese Gemeinschaft im Unterschied zu allen anderen untersuchten Gruppierungen eben kein reiner Menschenverein ist, sondern Gott zu seinen Mitgliedern zählt und somit über die profane Menschenwelt hinausragt. Bemerkenswert an dem Artikel finde ich noch etwas anderes. Befragte mit Nähe zur AfD verorten die Kirche klar negativ. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass AfD-Anhänger überdurchschnittlich nicht der Kirche angehören bzw. nichtreligiös sind. Damit sehe ich einen Beweis gegen die weitverbreitete These erbracht, dass die Religionen unter den Menschen Mord und Totschlag sähen würden. Das Gegenteil ist der Fall. Die nichtreligiöse AfD schürt doch in Bezug auf Fremdenfeindlichkeit Hass und Unfrieden. Die Kirche tut das nicht. Auch wenn die Kirche in der Gesellschaft immer mehr an Boden verliert, ist und bleibt sie der wichtige Sauerteig, der Humanität und Solidarität in Deutschland am Leben erhält. 

Dr. Georg Glonner München

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