Ursprünglicher Auftrag

„Jeder einzelne Austritt schmerzt“; Bayern 22./23. Juli

So lang die Kirche nicht die wahren Gründe für die schmerzhaften Austritte erkennt oder erkennen will, wird sich nichts ändern. Es ist nicht nur die Kirchensteuer. Es gefällt den Menschen nicht, dass sich die christlichen Kirchen in unserem Land, vor allem die evangelische Kirche, allen anbiedert, von denen sie eigentlich verachtet werden, und dass sie weitgehend ihren ursprünglichen Auftrag, die Seelsorge und die Verkündung von Gottes Wort, einem politischen Engagement geopfert haben. Die heilige Dreifaltigkeit, Gott, Sohn und Heiliger Geist ist unverändert geblieben. Dagegen geändert haben sich die Vermittler auf Erden, sie widmen ihre Aufmerksamkeit anderen Interessen. 

Gerhard Fichtner München

Dass so viele Menschen die Institution Kirche verlassen hat sicher etwas mit dem Profil Kirche zu tun! Ein halbes Jahrhundert nach Martin Luther nimmt sich die katholische Kirche noch immer heraus, Frauen als minderwertig zu betrachten. Geschiedene und Homosexuelle zu diskriminieren und Ausnahmen im Arbeitsrecht für sich zu reklamieren. Zum Beispiel, wer sich scheiden lässt, kann seinen Job schneller loswerden als ein Priester, der Kinder unsittlich berührt. Ein Wort zu den Finanzen der Kirchen: Sie nehmen pro Jahr circa 15 Milliarden an Kirchensteuer ein. Weitere 20 Milliarden Euro kommen vom Staat dazu. Das bezahlen auch Bürger, die nicht Mitglied einer Kirche sind! Für die kirchlichen Einrichtungen. Krankenhäuer, Kindergärten, Altenheime geben sie gerade Mal 7–9 % aus. Alle weiteren Kosten trägt wieder – wer sonst – der Steuerzahler. Dass das so ist, verdanken wir einem Gesetz, das über 200 Jahre alt ist. Im Rahmen der Säkularisation wurden die kirchlichen Fürstentümer enteignet und hierfür eine großzügige Entschädigung, die wir heute noch bezahlen, vereinbart. In der Weimarer Republik wurde im Artikel 138 die Auflösung dieser Staatsleistungen festgeschrieben! Dieser Gesetzestext wurde auch ins Grundgesetz aufgenommen. Bis heute ist die Umsetzung nicht erfolgt, hier ist endlich die Politik gefordert! Geht es doch um wahnsinnig viel Geld das zum Beispiel für Bildung, für eine bessere Entlohnung aller Menschen, die in sozialen Einrichtungen tätig sind, für bezahlbaren Wohnraum, für Renten, die ein sorgloses Leben ermöglichen, ausgegeben werden könnte! Wenn die Kirchen wieder mehr in der Mitte unserer Gesellschaft stehen wollen, werden sie sich bewegen müssen. Die katholische mehr als die evangelische.

 Kurt Weber Schliersee

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Das Land annehmen, wie es ist
Angela Walser: Holzkirchner Kuhglockenstreit geht in die nächste Runde; Bayern 22. August
Das Land annehmen, wie es ist
Gaffer und Störer zur Kasse bitten
Claudia Möllers: Polizei verschärft Kontrollen zur Rettungsgasse; Bayern 19./20. August
Gaffer und Störer zur Kasse bitten
Vermeidbar
Nina Gut: „Unbehandelt eine massive Gefahr“; Bayern 18. August
Vermeidbar
Kirche fehl am Platz
„Es ist ok, wenn jemand homosexuell ist“; Bayern 16. August
Kirche fehl am Platz

Kommentare