Leserbrief

Leichter Schnupfen ist keine Krankheit

Claudia Schuri:Der neue Kita-Alltag inKrisenzeiten; Bayern 10. Juli

Ich kann leider nur mit Unverständnis und Kopfschütteln reagieren über die Verordnungen bezüglich Kitas und Kindergärten. Kinder werden beim kleinsten Anzeichen einer tropfenden Nase sofort nach Hause geschickt! Eltern oder gar Alleinerziehende werden ständig in der Arbeit angerufen sie mögen doch bitte sofort ihre Kinder abholen. Wie soll denn das erst im Herbst werden, wenn die Kinder Dauerschnupfen haben?

Die Arbeitgeber haben jetzt schon kein Verständnis mehr für die ständigen Fehlzeiten der Eltern. Sehen das die Behörden bzw. die Regierungen nicht, dass sich hier allmählich richtige Dramen abspielen. Teile der Eltern werden ihren Arbeitsplatz verlieren und dass obwohl die Wirtschaft wieder angekurbelt werden soll. Soweit vorhanden springen Großeltern hier helfend ein. Und das, obwohl es noch vor vier Wochen hieß, dass die Kinder auf keinen Fall von den Großeltern betreut werden dürfen, da sie, die Großeltern, zur größten Risikogruppe zählen würden. Im Übrigen möchte ich an dieser Stelle noch mal symbolisch den Hut ziehen vor Ärzten, Krankenschwestern, Krankenpflegern, Pflegern in Senioren- und Pflegeheimen sowie den Angestellten in Supermärkten.

Bei dem Verkaufspersonal in den Supermärkten gab es übrigens anfangs weder Schutzmasken noch andere Schutzmaßnahmen. Ich glaube nicht, dass die Angestellten in Kitas und Kindergärten da mehr gefährdet sind als die vorgenannten Berufsgruppen.

Das die Eltern bei fiebrigen oder schwerkranken Kindern zuhause bleiben müssen, ist selbstverständlich. Aber ein leichter Schnupfen ist keine Krankheit. Und wenn wir nicht mal hier eine Betreuung durch Kitas und Kindergärten haben – ja bitte, wie erklärt sich denn dann der bezahlte Betreuungsauftrag der Kitas und Kindergärten in Zukunft?

Helmut Schäfer

Kirchheim

Auch interessant

Kommentare