Es ist einfach Kitsch

„Streit in Münsing: Loriots Sketch als Denkmal zu kitschig?“; Bayern 17. Dezember

Natürlich ist das Loriot-Denkmal mit der Badewanne und den beiden Manschgerl, so wie es zutreffenderweise ein Gemeinderat bereits 2011 beschrieben hat, am Dorfplatz Kitsch im öffentlich Raum, per Definition ein trivialer Weg, Gefühle auszudrücken! Natürlich hat Klaus-Ulrich Spiegel, Mitglied der Agenda Kultur, Recht, wenn er schreibt, dass hier eine Anti-Kultur entsteht und er hat auch Recht wenn er von kommunaler Kulturverwesung spricht. Das Objekt ist weder Kultur noch Kunst, es ist einfach Kitsch! Es macht die sonstige Kultur- und Kunstarbeit in der Gemeinde lächerlich. Hier gibt es mehr als Badewannen mit Manschgerln. Nicht alles ist schlecht in der Gemeinde, aber Loriot‘scher Badewannenspaß ist eben hier vollkommen fehl am Platz. Kitsch ist etwas, was nur den Sinnen schmeichelt, ohne das Bewusstsein zu erhellen. Insofern würdigt der Anspruch derjenigen, die für dieses Objekt als angebliches Kultur- und Kunstobjekt votiert haben, als Bürgervertreter, ohne die Bürger mit einzubinden, die Begriffe Kultur und Kunst in keinster Weise. Kunst macht klug und hat auch Humor, Kitsch ist grell und macht dumm. Nochmals, ich bin interessiert, ich bin nicht einverstanden mit dem Kitschdenkmal an einer zentralen Stelle des Ortes am Dorfplatz, der uns zusammen nach außen hin repräsentiert und ich bin nicht zu blöde, einem etwas erhabenen Text zu folgen, so wie es Bürgermeister Grasl in seinem Interview für alle Bürger andeutet. Wenn schon, denn schon! Ich rege an, im Sinne des Kitsches weiter zu agieren und vor dem Rathaus zwei lebensgroße Figuren in schwarzem Marmor aufzustellen: Dick und Doof! Frage: Was hat das mit Münsing zu tun? Antwort: Genauso viel und genausowenig wie Herr Müller-Lüdenscheidt und Herr Dr. Klöbner in einer Badewanne im Lüßbach.

Fritz Dattenberger Ammerland

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