Das Land annehmen, wie es ist

Angela Walser: Holzkirchner Kuhglockenstreit geht in die nächste Runde; Bayern 22. August

Hat der gute Mann sich nicht vor dem Hausbau bzw. -kauf genau umgesehen und dann feststellen können, dass ländliche Geräusche wie Kuhglockengeläut nichts für ihn und seine Frau sind, um dann von einem Kauf bzw. Bau abzusehen. Es gibt eine Klientel, die glaubt, mit einem Geldbeutel alles für sich zu richten, obwohl bei uns in Oberbayern die Landwirtschaft mit gesunden Kühen (mit Glocken) eigentlich Vorrang hat. Ich hoffe sehr, dass die Gemeinde Holzkirchen (mein Geburtsort) nicht einknickt! 

Gabriele Weih Haar

Schade, dass es noch nicht möglich ist, Menschen wie diesen in Otterfing wohnhaften Unternehmer auf den Mond zu schließen! Da oben hätte er seine Ruhe vor Kuhglocken und Fliegen und wir auf der Erde müssten uns dann nicht mehr über solche Typen ärgern die zwar aufs Land wollen, aber das Land nicht so annehmen, wie’s ist!

 Heidi Kiefersauer Lenggries

Ich kann es nicht fassen, dass eine Familie, die es sich sicherlich gut überlegt hat, aufs Land zu ziehen, gegen Kuhglocken und Mücken klagt. Wir wohnen in Gaißach und sind umgeben von Kuhglocken-Gebimmel. Wir freuen uns zu sehen, wie unsere Bauern sich bemühen, ihre Rindviecher gesund groß zu bekommen. Das Gebimmel hat Tradition und gehört zu Kühen und Landwirtschaft genauso wie der Mist und die Mücken, die Henne und der krähende Hahn. Ich nehme an, dass die Unternehmerfamilie sicherlich gerne Steaks, Braten, Milch und Käse aus Bio-Anbau genießt, jedoch im Gegenzug sich beschwert. Wahrscheinlich möchte diese Familie, dass die Rindviecher in einem Bunker unter der Erde oder weitab groß gezogen werden, damit sie ihre Ruhe hat. Gerade die Natur und das bäuerliche Umfeld lassen psychische Erkrankungen genesen. Ein Gang über Äcker und Wiesen hat oft mehr Erfolg als jede Therapie. Waren die Bauern nicht zuerst da, woher nimmt diese Familie das Recht, sich in Traditionen einzumischen, die schon lange bestehen? Was macht diese Unternehmerfamilie, wenn in ihrer Nähe Bienenstöcke stehen? Stört sie dann das Summen und die Arbeit der Bienen? Versteht diese Unternehmerfamilie überhaupt was von Landwirtschaft? Wie viel Arbeit und Mühen dahinter stecken damit Tiere artgerecht aufwachsen, Ertrag erwirtschaftet wird? Eher nicht. Es ist auch bekannt, dass Kühe sich freuen, auf die Almen zu gehen, und es wurde auch beschrieben, dass Leitkühe jedes Jahr dieselbe Glocke wollen und bocken, wenn sie eine andere umgehängt bekommen. Die Ohren der Kühe sind nicht auf die Glocke gerichtet und das Gewicht der Glocke steht in keiner Relation zum Gewicht des Tieres. Ich verstehe nicht, warum diese Menschen nicht in der Stadt bleiben mit Schallschutzfenstern und dicker Luft. Da gibt es keine Mücken und kein Gebimmel. Wer auf das Land zieht, sollte sich im Vorfeld erkundigen, was ihn erwartet. Wir alle wollen gutes Fleisch, gesunde Milch und Käse, wertvolles Gemüse, also wo ist das Problem, sich damit anzufreunden und die Arbeit der Bauern wert zu schätzen? Ich finde es egoistisch und absolut weltfremd, hier zu klagen. Auf guat boarisch: so a Schmarrn. 

Ruth Kunzmann Gaißach

In früheren Zeiten hätte der anerzogene Anstand ausgereicht, um nicht aufs Land zu ziehen und dann das zu kritisieren, was zum Landleben gehört. Unser Staat stellt vieles unter Landschaftsschutz, Naturschutz oder Denkmalschutz, Landwirte wie die Bäuerin Regina Killer, deren Weidebetrieb inklusive traditionellen Kuhglocken (oder auch das berühmte Kikeriki des Gockels) stellen einen Teil unserer Kultur dar und gehören ebenfalls unter einen geeigneten Schutz gestellt, so dass solche Kulturbanausen und wie dieser Kläger endlich keine Klagemöglichkeit mehr haben. Tiere statt mit Kuhglocken mit GPS auszustatten, auf so eine Idee kann nur ein Mensch kommen, der jegliches Verständnis für Heimat, Kultur und Tradition verloren hat, ein entwurzelter armer Zeitgenosse, der irgendwann Milchersatz von einer Digitalkuh in den Kaffee gibt. Übrigens wüsste ich ein schönes ruhiges Grundstück für ihn – in der Nähe eines Friedhofes. 

Gerti Forster-Wandinger Gmund am Tegernsee

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