Jobmotor Flughafen

Dirk Walter: Störmanöver vor dem Festakt; Bayern 2./3. April

Manchmal versteh ich die Welt nicht mehr. Da geht eine privatwirtschaftlich und gewinnorientierte Flughafen München Gesellschaft (FMG) her und versucht, Kunden langjährig an sich zu binden. Das auch die Lufthansa bei einer Investition von mehreren hundert Millionen Interesse hat, ist doch nicht verwunderlich. Würde ein anders Unternehmen in einen Industriebau investieren, wäre es nur logisch, das er einen Teil der Mieten oder Pachten erhält. Dies gilt ebenso bei der Anwerbung neuer Kunden, sprich Airlines. Auch andere Unternehmen gewähren Neukunden mit erwarteten Riesenumsätzen Rabatte oder ähnliches für einen bestimmten Zeitraum. Hier wird grundsätzlich mal gegen alles protestiert, genau wie gegen die dritte Startbahn. Das einzige mir aus den Medien bekannte Argument dagegen ist die Lärmbelästigung. Wenn allerdings die Gegner immer wieder behaupten, diese sei wegen sinkender Flugzahlen nicht notwendig, woher soll dann die Mehrbelastung durch Lärm kommen? Für wirtschaftliche Entscheidungen der FMG ist nun mal kein Landrat zuständig, einzig die Gesellschafter. Ob weniger Flüge mit zwei oder drei Startbahnen abgefertigt werden, hat auf den Lärm keinerlei Einfluss (Ausnahme: Es würden neue Gemeinden in die Einflugschneisen kommen). Aber auch da bedarf es einer Abwägung aller Interessen. Stillstand ist Rückschritt. Zu beobachten beim Hafen Hamburg, der immer mehr an Bedeutung verliert, da mehr als ein Jahrzehnt keinerlei Investitionen getätigt wurden. Dem Ex-Landrat, ebenso dem jetzigen Landrat und den betroffenen Bürgermeistern kann ich nur empfehlen, mal feststellen zu lassen, wie viele Arbeitsplätze ihrer Bürger direkt oder indirekt vom Flughafen abhängen. Das kann sich sehr schnell ändern, wenn dieser auf den jetzigen Stand verharrt und mittelfristig zu einem etwas größeren Regionalflughafen verkommt. Da Oberbayern und der Großraum München auch Dank des Flughafens für ganz Bayern ein Jobmotor ist, wäre – wenn nötig – eine Volksabstimmung auch in ganz Bayern erforderlich. Alle sprechen von Globalisierung, dies ist eine davon im Kleinformat.

Walter Amann Aufkirchen

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