Ärger im Zug

S-Bahn – der Tägliche Verdruss; Bayern

Das neue Jahr ist grad sechs Wochen alt und ich kann die Störungen gar nicht mehr zählen! Wobei ich sagen muss, dass mir die Gründe hierfür vollkommen egal sind. Weichenstellung, Betriebsstörung, besetzte Gleise, vorausgegangener oder beendeter Notarzteinsatz, Personen im Gleis oder außergewöhnliche Wetterlagen wie Schnee, Regen, Sonne, Nebel, wolkenloser oder behangener Himmel - es ist mir gleich, weil glauben tu ich nichts, rein gar nichts!!! Ich denke, sie haben es einfach nicht mehr im Griff! In dem Zusammenhang wundert es mich gar nicht, dass ich gestern bei der Kontendurchsicht feststellen musste, dass mir monatlich mehr Geld abgezwackt wird. Einfach so! Natürlich lese ich Zeitungen und weiß von der Erhöhung, aber wenn dem nicht so wäre? Was dann? Ich finde es ist einfach keine Art! Wir MVV Benutzer nehmen einfach alles hin. Am meisten ärgern mich Umfragen, die von größter Kundenzufriedenheit sprechen. Das gibt es nicht, ich glaube das nicht! Es sei denn die Umfrage wurde in der Wiesenzeit, zur Abendstunde, im Bereich der Hockerbrücke durchgeführt. Warum ich mich so aufrege? Ich will einfach nur pünktlich sein! Ich muss es auch weil ich nämlich keine Gleitzeit habe und um Punkt 10 Uhr, eine Bibliothek für die Benutzer öffnen muss. Natürlich nehme ich schon freiwillig einen Zug früher um 9.01 Uhr. Doch mindestens einmal in der Woche steht dort: Zug entfällt! Wenn der Radio eine Störung ansagt fahre ich sogar vor 9 Uhr und stemple eine Streifenkarte. Eine Diskussion mit eventuell kurz vor 9 Uhr tätigen Kontrolleuren, mag ich mir gar nicht erst vorstellen. Zu guter Letzt habe ich mir ein Smartphone gekauft und mich zu der wunderbaren App durchgekämpft, die mich bei meiner täglichen Bahnfahrt von jeder Reklametafel her anlacht und verspricht, dass alles noch toller und noch besser wird! Was auch wieder teuer war und auch nicht leicht war, ich bin nämlich über 50. Jetzt ist es so: Ich sitze im größten MVV Chaos, will mich in meiner wunderbaren App informieren und was lese ich? „Es liegen uns derzeit keine Störungen vor.“ Wäre es denn nicht mal an der Zeit, an die Fahrgäste ein paar kostenlose Streifenkarten zu verteilen? Oder Gutscheine für die spärlich vorhandenen und sündhaft teuren Toilettenanlagen? So als kleine Entschädigung? Mich würde es freuen! Und wenn ich mir jetzt auch noch etwas wünschen dürfte, dann wäre es: „Musik hören bitte nur mit außenschallgedämpften Kopfhörern!“ und „Rucksäcke in vollen Bahnen bitte abnehmen!“

Ursula Müller Germering

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