Sprachnuance

Josef Ametsbichler: Nutznießer kontrollieren; Kommentar, Christoph Hollender: Ist der Obazde noch zu retten?; Bayern 4. Januar

Der momentane Streit um ein Stück bayerische Esskultur ist nach meiner Auffassung das Ergebnis einer mangelhaften Kenntnis der bayerischen Sprache. Den Begriff des „Obatzda“, wie er jetzt verwendet und sogar durch eine EU-Vorschrift geschützt werden soll, gibt es gar nicht, weil es sich dabei um eine feine Sprachnuance handelt, die für einen Nichtbayern nur schwer zu verstehen ist. Richtig muss das Wort mit einem dunklen O, wie bei Sonne ausgesprochen werden, weil der Begriff von ab-batzn, durchmischen, durchkneten kommt. Die gebräuchliche Aussprache mit hellem O, wie bei Motor, bedeutet An-batzn, bekleckern, beschmutzen. Philip Maas, ein ehemaliger, unvergessener Mundartmoderator des Bayerischen Rundfunks hat es einmal so erklärt: „Obatzd is net da Kas, sondern vielleicht da Mensch nachm Essn. Johann 

Mahler Vaterstetten

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