Leserbriefe

Kunden sind Opfer der Tarif-Revolution

München - Folgende Leserbriefe beziehen sich auf den Text „Modernstes Tarifsystem Europas“ (Bayern/Titelseite 11. März) von Dirk Walter.

Der Aussage, dass das Handyticket die Zukunft ist, kann ich nur widersprechen. Diese Zukunft, die Alexander Freitag meint, bereitet mir aufgrund unserer achtjährigen Mediensuchtarbeit Sorgen und Ängste. Kein Bürger darf dazu gezwungen werden, sich ein Smartphone anschaffen zu müssen. Das Smartphone wird unter anderem als größte Wanze überhaupt bezeichnet. Gleichzeitig werden an bis zu 70 Server auf der Welt durch Apps (auch WhatsApp) ohne Wissen des Besitzers intimste Daten versendet. Grundrechte werden dabei mit Füßen getreten. Zudem scheint Herr Freitag sich wohl noch nie darüber informiert zu haben, welche Risiken und Nebenwirkungen – besonders für Kinder und Jugendliche – durch die Smartphone-Nutzung als Kollateralschäden in Kauf genommen werden. Ein Smartphone am Körper gefährdet durch die Dauerstrahlensituation die Gesundheit. 150 Wissenschaftler weltweit haben an UNO und WHO appelliert, sich dieser mittlerweile vielfach nachgewiesenen Gesundheitsgefahren anzunehmen. In bald allen Verkehrsmitteln des MVV sind wir dieser Zwangsbestrahlung gratis ausgeliefert. In Kürze kommt zu diesem Thema der Dokumentarfilm „Thank you for calling“ in die Kinos. Zudem sind wir durch das Dauerwischen bald nicht mehr in der Lage, über uns selbst zu reflektieren, auch mal Langeweile auszuhalten.
Christoph Hirte, Gräfelfing 

Jede Revolution hat bekanntlich Opfer. Bei der Tarif-Revolution des MVV sind es erneut die Fahrgäste als Steuerzahler. Der MVV will leichter mehr Geld kassieren – bei der Umstellung geht es schlichtweg um Kostenersparnis. Hingegen viele der unnützen Ausgaben bleiben, die da sind: modernere S- und U-Bahnen. Teuer gekachelte Bahnhöfe. Für die Industrie ein riesiges Geschäft. Hinzu kommt beim MVV ein Heer an Verwaltungskräften, die sich ihre Arbeit selber schaffen. Wir Steuerzahler und MVV-Kunden bezahlen dies immer teurer werdende System von Geldverschiebung. Seit Jahren fahren meine Frau und ich ruhig und locker zum Einkauf mit dem Auto lieber nach Freising-Eching oder Landshut. Und sobald das Wetter es erlaubt nach München nur noch mit dem Fahrrad. MVV und Parkgebühren sind uns zu viel Geld. Das wiegen in den Geschäften ein paar Prozent nicht auf. Hinzu kommt mit dem Fahrrad die Freiheit, wie die Zeit zum Bummeln.
Detlef-Clemens Kottmeier, Garching

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Wegen früher Ernte
Die Schwalbe macht die Fliege; Bayern 23. Mai
Wegen früher Ernte

Kommentare