Schlechtes Ansehen der Pflege

Katrin Woitsch: Die Stimme der Schwächsten; Bayern 1. Februar

Endlich bricht die Mauer des Schweigens ein wenig und es rückt die Not in der Pflege alter Menschen ins Bewusstsein. Eigentlich ein Skandal, dass unsere Gesellschaft einen Mann wie Klaus Fussek nötig hat. Und wenn wir dann lesen müssen, dass ein KZ-Insasse weinend sagt, dass er gemeint hätte, er hätte das Schlimmste schon hinter sich und er habe sich getäuscht, weil er im Altenheim sei. Da kommen mir die Tränen! Aber ich schreibe es noch einmal und immer wieder: Es ist nicht nur das Geld und die schlechte Bezahlung, die unserer Pflege das Genick brechen wird. Es müsste ein Bewusstseinswandel stattfinden. Weder die alten Menschen und noch viel weniger die überlasteten Menschen, die Pflege leisten, sind nur Kostenfaktoren. Der Blick auf die Menschen müsste sich ändern. Sagt ein Angehöriger zur langjährigen, sehr engagierten Leitung eines Pflegedienstes, die meinen vollen Respekt hat: „Hätten Sie was gelernt, müssten Sie nicht anderen Leuten den A... abputzen!“ Genau das ist das Problem, so und nicht anders wird Pflege hilfloser Menschen bei uns gesehen. Das ist die Wertigkeit sozialer Aufgaben! Und wenn das so bleibt, dann armes Deutschland, dann lernen eben alle was Gescheites und niemand kann es ihnen verübeln! 

Valentin Niedermeier Wörth

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