Unbequeme Wahrheiten

Katrin Woitsch: „Wir Pflegenden müssen uns verbünden“; Bayern 21. März

Man kann Frau Ohlerth nur dankbar sein, dass sie den Mut findet, die Realitäten in den Pflegeheimen nicht nur zur Kenntnis zu nehmen, sondern intensiv dagegen ankämpft. Deutlich wird, dass unter den unhaltbaren Zuständen vor allem die Bewohner der Pflegeheime leiden. Auch wird unmissverständlich dargestellt, dass dieses System nur funktioniert, weil sich Pflegende instrumentalisieren lassen. Sei es, weil sie resigniert haben, Angst um den Arbeitsplatz haben oder nur nicht anecken wollen. Das führt aber nicht zu Verbesserungen, sondern nur zum Anschein, das Arbeitspensum und die Betreuung der Bewohner wären unter den gegebenen Bedingungen leistbar. Nur wenn sich die Pflegenden zusammenschließen, die Probleme deutlich und unmissverständlich ansprechen und dies auch an die Öffentlichkeit tragen, besteht die Möglichkeit einer Verbesserung. Würden sich die Pflegenden solidarisieren, wären sie eine Macht, gegen die auch großen Verbände nicht ankämen. Dann bestünde auch die Chance, die Arbeitsverhältnisse erträglich zu gestalten und die Pflegesituation im Interesse unserer Eltern und Großeltern, die wir den Pflegeheimen anvertraut haben, zu verbessern. 

Wolfgang Schwaiger Unterföhring

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