Zu viel Verpackungen

Tamara Scheid: Ein Dorf kämpft gegen Plastikmüll; Bayern 14./15. April

Der Aufstand gegen die Plastiklawine ist grundsätzlich begrüßenswert; wird jedoch nicht viel bringen. Hier müsste endlich unsere saumselige Regierung mit vernünftigen und klaren Gesetzen und Kontrollen eingreifen. Der Wahnsinn beginnt nämlich bei der Industrie mit Mogel- und Überverpackungen, besonders schlimm bei der Selbstbedienung für Molkerei- und Fleischprodukte. Aufschnitt wird nicht im Stapel zusammengepackt, sondern weit gefächert oder in Falten und verschleudert so ein Vielfaches des Nötigen. Die Einfälle für Mogelpackungen gehen ins Unendliche, bei Portionspäckchen in der Bewirtungsbranche. Die Pharmaindustrie packt Kapseln in weitem Abstand, die Kopfstandverschlüsse für Tuben verschlingen ein Mehrfaches des Nötigen und die Paketautos transportieren mindestens zur Hälfte Luft und andere Füllstoffe. Dieser Unfug verlangt mehr Regalplatz und größere Kühlflächen, widerspricht vernünftiger Logistik und jedweder Nachhaltigkeit. Wie haben das eigentlich unsere Urgroßeltern bei Topfen, Margarine. Fleisch usw. geschafft? Gab es früher nicht Zellofan und Pergamentpapier? Wie umweltbelastend sind diese Stoffe gegenüber Plastik? Kleie kommt von einer Firma in einem einzigen Zellofanbeutel; von einer anderen in einen plastikgefütterten Papierbeutel, der noch in einem Karton steckt. Ist diese Getreidemühle etwa mit einer Papierfabrik verbandelt und will auf diese Art und Weise deren Umsatz steigern? 

Wendelin Rasenberger Eichenau

Ich finde die Initiative von Vanessa grandios. Allerdings braucht sie - und alle, die etwas gegen den Plastikmüll tun wollen - einen langen Atem. Im Supermarkt ist es verboten, selbst Behälter für Lebensmittel mitzubringen und diese darin mitzunehmen. Leider geht das nicht einmal in den Hofläden. Vorschrift! Ich weise beim Einkauf allerdings immer wieder darauf hin, dass ich nicht jedes Teil doppelt und dreifach in Plastik eingepackt haben will und alles in eine einzige Papiertüte paßt. Das verstößt Gott sei Dank nicht gegen irgendeine Verordnung. Auch wenn es manchmal nur Kleinigkeiten sind bei denen man eine Veränderung bewirkt, es lohnt sich. Steter Tropfen höhlt den Stein. Auch wenn es immer noch sehr kleine Steine sind. 

Christiane Wittig Karlsfeld

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