Rücklagen werden bald verbraucht sein

Carsten Hoefer/Christian Deutschländer: „Der letzte Griff in die Rücklage“; Bayern, Bettina Stuhlweißenburg: „Wohnungslosigkeit wächst rapide“; München 10. Dezember

Selbstverständlich wächst die Wohnungslosigkeit rapide, ist sie doch in Großstädten vor der Flüchtlingskrise bekannt gewesen, auch das zu wenig sozialer Wohnungsbau stattgefunden hat. Und Herr Söder wird noch viel weiter in die Rücklagen greifen müssen, wenn die Stadt München weiterhin unsere Steuergelder dermaßen verpulvert. Selbstverständlich müssen diejenigen, die da sind untergebracht werden, aber zu welchem Preis? So wurde z. B. in Haidhausen ein Objekt zur Unterbringung der Flüchtlinge angemietet – fest für zehn Jahre – jährliche Kosten für die Kaltmiete 445 000 Euro, macht bei einer Gesamtwohnfläche von 1225 Quadratmetern einen monatlichen Mietpreis von rund 30 Euro pro Quadratmeter kalt! Und selbstverständlich müssen die Kosten für Heizung und Betriebskosten auch bezahlt werden. So steht es zumindest zum Verkauf – mit entsprechendem Preis. Das nenne ich mal Steuergeldverschwendung. Das müsste sich mal ein kleiner Vermieter trauen, den würde Frau Zurek (Stadträtin) als Mietvereinsvorsitzende vor Gericht zerren, denn gemäß dem schöngerechneten Mietspiegel ist dieser Preis wohl kaum realistisch. Hinzu kommt nach Ablauf eine Wiederherstellungsklausel, die einen restlos sprachlos macht, denn normale Mieter müssen in der Regel ja doch keine Schönheitsreparaturen durchführen. Da mutet es schon seltsam an, dass von Frau Zurek bisher kein Kommentar zu lesen war. Aber die Gesetze scheinen nur für Privatpersonen zu gelten und nicht für Vermieter an Kommunen. Deshalb und weil es immer noch keine Obergrenze gibt, werden Sie, lieber Herr Söder, noch viel tiefer als gedacht in nicht all zu ferner Zeit die Rücklagen verbrauchen und sich von der schwarzen Null verabschieden.
Sandra Schüler
München

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