Bahnnetz ist ausbaufähig

Dirk Walter: Stau auf der Schiene; Bayern 12./13. März

Der Unsinn mit der zweiten Stammstrecke für die S-Bahn geht weiter, so sehe ich das als Pendler, der über 40 Jahre von Geltendorf nach München pendelt. Sieht man sich die Graphik im MM vom Samstag an, so kann man gut erkennen, dass in Pasing drei (3) große und eine S-Bahnlinie dort zusammentreffen (Augsburg, Allgäu, Garmisch und Herrsching). Diese vier Linien werden in die Innenstadt gepresst, wo die Pendler am Hauptbahnhof, Karlsplatz und Marienplatz auf die U-Bahnen umsteigen und dann Richtung Norden und Süden weiterfahren. Warum kann man den Pendlerverkehr nicht schon in Pasing entzerren, in dem man die U-Bahnlinie U4/U5 nach Pasing verlängert und dort eine Linie nach Norden zu den großen Firmen (BMW usw.) abzweigen lässt. Diese Pendler entlasten die Innenstadt sehr und sind zudem viel schneller in der Arbeit und wieder zu Hause. Die zweite U-Bahnlinie müsste von Pasing nach Freiham weitergebaut werden und keine Straßenbahn, was ein Witz ist. Nach Großhadern hätte man ja dann auch eine Straßenbahn bauen können und keine U-Bahnlinie, aber die Entscheider fahren ja überwiegend Auto und bekommen das Drama im morgendlichen Berufsverkehr gar nicht so mit - am Abend sieht die Sache etwas entzerrter aus. Übrigens, ab Odeonsplatz (U5) und Marienplatz (S-Bahn) entzerren sich momentan die morgendlichen Pendlerströme, da viele Umsteigen zu den U-Bahnen Richtung Norden und Süden. Auch bei der S-Bahn kann ich es öfters sehen, dass ab Marienplatz von Westen kommend es immer weniger Leute in der S-Bahn zum Ostbahnhof werden. Für was dann einen zweiten, oder besser gesagt einen dritten Tunnel durch München. Dem Pendler ist es egal, ob es ein MVV, oder MVG-Tunnel ist, es gibt bereits zwei bestehende Tunnels. Zur Elektrifizierung Geltendorf-Lindau tut sich seit einigen Jahren einiges, es fehlen halt noch die Masten mit dem Fahrdraht, aber im Hintergrund wird schon viel gemacht, wie zwei neue Unterführungen in Geltendorf für Bahn und Autoverkehr. Auch die Verlängerung der S7 nach Geretsried, sowie der S4-Ausbau wären zwingend notwendig. Bei der S4 fahren derzeit Regionalzüge mit Dieselloks oft im Stop and go hinter der S-Bahn her. Was mir in diesem Bericht noch fehlt, ist auch der zweigleisige Ausbau nach Garmisch, so wie es ProBahn schon längst erkannt hat und fordert. Hoffen wir auf eine gute Lösung und lassen unser Geld lieber in Deutschland, bevor es im Ausland auf nimmer Wiedersehen versickert.

Alwin Reiter Geltendorf

Hier wird mal wieder die zweite Stammstrecke des MVV durch den Mittelpunkt Münchens und des S-Bahn-Bereichs in den Vordergrund gestellt. Ich schreibe hier ausdrücklich nicht „S-Bahn-Netz“, denn München besitzt kein S-Bahn- Netz. München besitzt ein Bündel von S-Bahnlinien, das in seinem Zentrum von dem gordischen Knoten „Stammstrecke“ zusammengeschnürt wird. Zu einem Netz fehlen ihm die Verbindungslinien im Außenbereich, mit denen es möglich sein müsste, z.B. von Fürstenfeldbruck nach Herrsching oder von Starnberg nach Wolfratshausen zu kommen, OHNE am Hautbahnhof in einen Zug umsteigen zu müssen, der dann fast die selbe Strecke wieder zurückfährt, nur ein paar Kilometer versetzt. Damit könnte viel Verkehr auf der „Stammstrecke“ eingespart werden, es will ja schließlich nicht jeder immer von einem Ende einer Linie zum anderen durchfahren, oder? Dann wäre die „2. Stammstrecke“ eher überflüssig, und die angeführten mehr als 3 Milliarden Euro könnten beim Bau der Vernetzungslinien sicher mehr als nur ein paar Kilometer Tunnelstrecke finanzieren. Damit wäre der Region sicher erheblich besser gedient.

Sieghard Schicktanz Eurasburg

Auch interessant

Kommentare