In die Zukunft schauen

Andrea Weber: Forscher mit klaren Worten; Bayern 29. Mai

Den 90-jährigen Science-Fiction-Autor Herbert Franke haben Zukunftsvisionen immer schon interessiert. Jeder würde gern in die Zukunft schauen können. Manche haben einen Riecher für die Veränderungen, die die Zeit bringen wird; andere kommen aus dem Geradeaus-weiter-wie-bisher nicht heraus. Erfolgreiche Science-Fiction-Stoffe sind oft gesellschaftskritische Übertragungen aus unserer Zeit in die Zukunft. Dem Leser gefällt an den Szenarien, was er aus der aktuellen Gegenwart kennt. Mit einem Weltbild, das dem Zeitgeist widerspricht, kann er nichts anfangen. Wenn die Wirtschaft expandiert, soll auch der Weltraum sich ausdehnen. Deshalb hat die Urknalltheorie heute die meisten Anhänger. Dass der Expansionseindruck von der Kontraktion unseres eigenen Beobachterraumes kommt, ist so schwer vorstellbar wie einst die Eigendrehung der Erde, die wir mitmachen und deshalb den Sternenhimmel sich drehen sehen. Vielleicht würde dieses umgekehrte Weltbild als Science-Fiction-Stoff seinen Einstieg finden. Dann könnte Science-Future daraus werden. 

Stefan Silbernagl Moorenweis

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