Die Schöpfung bewahren

Bürger stimmen über Skischaukel ab; Bayern 13./14./15. August

Seehofer und Söder – in ihren Volksreden werden sie nicht müde, die Schöpfung höchstes Gut und deren Schutz als großes Ziel zu preisen. Wenn es in Konfliktfällen aber darum geht, Farbe zu bekennen und dieses hehre Ziel politisch auch durchzusetzen, versagen sie kläglich. Und so soll es in der Frage der umstrittenen Skischaukel am Riedberger Horn im Allgäu offensichtlich so laufen, wie es nahezu immer zu laufen scheint in unserem wunderschönen Bayernlande. Wieder einmal soll nicht die Schöpfung für nachfolgende Generationen bewahrt werden, sondern die kurzfristige Abschöpfung weniger Tourismus-Unternehmer soll gesichert werden. Und als ob dies allein nicht schon schlimm genug wäre, jetzt werden auch noch die Bürger der betroffenen Allgäuer Gemeinden an der Nase herumgeführt. Die Staatsvertreter tun jetzt so, als würden die Bürger mit ihrem Votum diese Grundentscheidung treffen und sie würden letzten Endes Volkes Wille nur umsetzen. Es wird wohl so kommen, dass letztendlich Juristen dafür sorgen müssen, dass gesetzliche Schutzbestimmungen und geltendes Recht eingehalten werden, dass das Riedberger Horn vor nachhaltender Ausbeutung bewahrt wird. Eine Entwicklung, die ich nicht begrüße, weil diese Aufgabe eine originäre politische Aufgabe ist. Aber wenn selbst christliche Politiker ihrer ureigensten Aufgabe nicht mehr nachkommen, weil sie einmal mehr den Mammon höher bewerten als den Schutz einer intakten Landschaft, dann müssen halt Richter das übernehmen, was Aufgabe unserer Politiker wäre, auch oder vielmehr gerade der christlichen. 

Helmut Schneider Holzkirchen

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