Langsam abtauchen

Josef Ametsbichler: Tödliches Unterwasser-Drama; Bayern 18. April

Der Taucher war zwar alleine unterwegs, es ist jedoch zweifelhaft, ob ein Tauchpartner diesen Unfall hätte verhindern können. Im Walchensee gab es letztes Jahr zwei Unfälle mit einem Notaufstieg aus dreißig Metern, die trotz Anwesenheit von Tauchpartnern tödlich endeten. Bei dem Tauchunfall im Starnberger See vor vier Jahren kam der helfende Tauchpartner ebenfalls ums Leben. Andreas Pacher, Tauchsachverständiger am Attersee, hat Dutzende von Tauchunfällen untersucht und einen roten Faden gefunden: Tauchunfälle ereignen sich fast ausschließlich in Tiefen jenseits der dreißig Meter am Anfang eines Tauchgangs, insbesondere in den ersten elf Minuten. Häufig wird sehr schnell abgetaucht, obwohl von Anfang an ein Problem besteht. Während des Abstiegs kommen weitere Probleme hinzu. In der Tiefe angekommen führt die Ansammlung mehrerer Probleme gleichzeitig dann zur Katastrophe. Deshalb empfiehlt Andreas Pacher, bei Tieftauchgängen in kalten Gewässern langsam abzusteigen und Pausen einzulegen, sodass der Tauchgang seine innere Ruhe finden kann und kleine Problemchen in ungefährlichen Tiefen gelöst werden können. 

Dieter Schaffner Tauchlehrer, Unterhaching

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