Leserbriefe

Tiroler achten

Dirk Walter: Total verschlumpft; Kommentar, Bayern brüskiert Tirol; Titelseite 6./7. März

Wenn ein Mitglied unserer Staatskanzlei einem Landeshauptmann Platter den Transit durch Deutschland verwehrt, dann sollte er seinen Stuhl für Leute räumen, die wissen, was sich unter Nachbarn gehört. Das Herz von uns und unseren Nachbarn Tirol schlägt gleich und ohne unsere Politiker noch gleicher.

Werner Weinhart

Schliersee

Söder tritt immer wieder gegen Tirol und Österreich nach – Thema Ischgl –, obwohl er bei eigenen Fehlern, bzw. Fehlern der Bundesregierung meistens sagt: Man muss nach vorne schauen und sich nicht mit der Vergangenheit aufhalten. Spätestens mit dieser Aktion sollte jedem klar sein, dass dieser Mann absolut ungeeignet ist, Deutschland als Bundeskanzler zu führen. Ich hoffe, dass es aufgrund stark sinkender Zustimmungswerte gar nicht zu seiner Kandidatur kommt. Er hat auch hier genug zu tun: Nüßlein, Rieger, Hohlmeier etc zeigen doch, dass der Amigosumpf noch lange nicht trocken gelegt ist. Wenigstens gibt es bereits Gegenwind von einigen Landräten für seine (Corona)-Politik. Jetztendorfs nunmehr ehemaliger CSU-Bürgermeister ist schon vor einem halben Jahr aus der Partei ausgetreten und der Ortsverband steht vor der Auflösung, weil sich der gesamte Parteivorstand nicht zur Wiederwahl stellt.

Heinz Hrase

Anzing


Dem Kommentar von Dirk Walter bezüglich des brüskierenden Durchreiseverbotes für den Tiroler Landeshauptmanns Platter durchs deutsche Eck kann man sicher zustimmen. Wenn er aber dabei nach zwei Jahrhunderten freundschaftlichem Einvernehmens zwischen Bayern und Tirol Andreas Hofer, der damals ja aus verständlichen Gründen gegen Bayern agierte, noch immer als eine unerwünschte Figur aufs Tapet bringt, kann man über diesen seltsamen Griff dieses vermutlich nicht bajuwarischen Kommentators in die bayerisch-tirolerische Mottenkiste nur noch den Kopf schütteln.

Sepp Murböck

Andreas-Hofer-Bund, Lenggries

In diesem Fall muss ich Herrn Söder recht geben, wenn er Herrn Platter etwas ärgert. Herr Platter bestimmt beim Lkw-Transitverkehr, wer in seinem Land durchfährt und wer nicht. Die Konditionen werden verkündet und beschlossen, ohne auf die Interessen anderer Rücksicht zu nehmen bzw. vorher über die Maßnahmen mit dem betroffenen Personenkreis zu sprechen. Fahren sie mal an einem Tag mit Blockabfertigung mit einem Lkw auf der A8 über das Inntaldreieck Richtung Innsbruck, dazu wünsche ich viel Spaß bei 5 bis 6 Stunden Wartezeit. Wenn jemand meint, Herr Platter hat Recht und Güter gehören auf die Bahn, das dauert noch etwas länger: bis etwa 2030 „soll“ der Brenner-Basistunnel fertig sein und die Zulaufstrecke auf deutscher Seite voraussichtlich zwischen 2040 und 2050. In Verbindung zum Thema Pkw-Maut sei noch erwähnt, dass Herr Platter in besseren Zeiten, so oft er will, mautfrei über das deutsche Eck nach Salzburg fahren kann, wie tausende seiner Landsleute auch.

Paul Burkart

Aidling

Grundsätzlich stimme ich Herrn Walter zu, dass Bayern an einem guten Verhältnis zum Tiroler Nachbarn gelegen sein sollte - ich denke, das Verhältnis ist auch gut, trotz dieses kleinen Scharmützels. Wenn die Aussage der bayerischen Staatskanzlei stimmt, dass solch eine vom Tiroler Landeshauptmann Platter geplante Fahrt „unter keine der definierten Ausnahmen fällt“ (was ich nicht nachgeprüft habe), ist es folgerichtig, dass ihm die Durchreise nicht erlaubt wird. Warum sehe ich das so? 1.) Wenn man ihm das erlaubt, müsste man womöglich manch anderen Menschen, die die gleiche Strecke fahren möchten, die Durchfahrt auch erlauben - gleiches Recht für alle, oder? 2.) Herr Platter hat dann per Videoschaltung an der Konferenz teilnehmen können - das ist doch aus ökologischer Sicht viel besser, als mit dem Auto nach Wien zu fahren; halt etwas mehr Stromverbrauch bei der Konferenz, aber keine Energieverschwendung und Umweltverschmutzung auf der Straße (egal mit was für einem Auto er gefahren wäre - im kleinen fängt das Energiesparen an!). Wenn er schon Auto fahren möchte, muss er halt eine Strecke gänzlich durch Österreich aussuchen. Ich frage mich auch, ob der Kommentar bei einem (rechtslastigen) FPÖ Politiker genauso formuliert worden wäre. Diese kleine Episode wird bald vergessen sein.

Wolfgang Breuer

Fürstenfeldbruck

Durchreiseverbot für Platter versus Lkw-Blockabfertigung? Nicht nur taktlos und unsinnig, sondern schlicht dumm, kleinkariert und kindisch. Hoffentlich hat’s wenigstens Spaß gemacht und persönlich befriedigt.

Heimo Kandler

Wartenberg

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