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Keine Lösung für das Problem

Bettina Stuhlweißenburg: Ein Bauer legt sich mit München an; Bayern 24./25. Februar

Im Artikel wird Rainer List von den Stadtwerken München mit den Worten zitiert, es sei eine Philosophie-Frage, ob die Wiesen-Bewirtschaftung der SWM zu Humus-Abbau führe. Damit entsteht der Eindruck, es sei Ansichtssache, ob und wie Bewirtschaftung und Humusauf- bzw. -abbau zusammenhängen. Das aber stimmt so nicht. Die SWM möchten im Einzugsgebiet des Münchner Trinkwassers darauf achten, dass das Grundwasser nicht verunreinigt wird. Dazu ist es nötig, dass die Böden Schadstoffe aus dem versickernden Wasser der Niederschläge herausfiltern. Wie gut ein Boden diese Filterwirkung wahrnehmen kann, hängt u.a. von seinem Humusgehalt ab. Denn Humus hat eine poröse Struktur und damit einen hohen Oberflächenanteil. Diese Oberfläche bindet Schadstoffe und verhindert deren Absickern ins Grundwasser. Ziel der Bodenbewirtschaftung sollte daher ein möglichst hoher Humusanteil sein. Dauer-Grünland kann wesentlich mehr Humus speichern (meist 8–10 %, auch mehr als 30 % sind möglich) als immer wieder abgeerntete Äcker (meist 2–4 %, Quelle Umweltbundesamt). Die Filterwirkung von Äckern ist somit wesentlich geringer als die von Dauer-Grünland. Folgerichtig lassen die SWM im Trinkwasser-Einzugsgebiet keinen Ackerbau zu. Ob der Humusanteil eines Bodens zu- oder abnimmt, hängt von der Art seiner Bewirtschaftung ab. Humus als die gesamte abgestorbene organische Substanz des Bodens besteht zum Großteil aus Pflanzenresten und anderen organischen Stoffen, die von Bodenorganismen in mikroskopisch kleine Teile zerlegt werden. Das können Wurzeln abgestorbener Pflanzen sein, aber auch alle organischen Substanzen auf der Oberfläche, die von den Bodenorganismen in den Boden eingearbeitet werden. Wenn nun, wie Herr Fuchs beschreibt, die Bewirtschaftung durch die SWM nur darin besteht, die Wiesen zu mähen und das Gras wegzufahren, ohne diesen Verlust organischer Substanz etwa durch Mist auszugleichen, dann wird sich in der Tat der Humusgehalt dieser Wiesen im Laufe der Jahre reduzieren und die Filterwirkung des Bodens verschlechtern. Das Beste, was einer Wiese passieren kann, ist extensive Beweidung. Allan Savory, der Begründer des nach ihm benannten Savory Institute, nützt diese Wirkung unter der Bezeichnung „Holistisches Weidemanagement“ sogar, um weltweit unfruchtbare, humuslose Steppen- und Wüsten-Böden wieder zu regenerieren! Man kann daher nur auf die Einsicht der SWM hoffen, dass sie mit der Unterstützung der Bio-Milch-Bauern im Wasserschutzgebiet bereits optimal für das Münchner Trinkwasser sorgen. Oder kurz gesagt: Die Rindviecher bieseln den Münchnern nicht ins Trinkwasser, sondern helfen, es sauber zu halten. 

Bettina Roitzsch Holzkirchen

Münchner Größenwahn muss gestoppt werden: Das Falscheste, das geschehen kann, wäre, das Wasser-Schutz - Gebiet zu erweitern! Auf Kosten der Expansions- Fähigkeit solch kleiner Städte im Münchner Umland, wie Miesbach. Der Kollaps der ständigen Erweiterung einer Stadt wie München ist vorherbestimmt. Schon jetzt „drücken“ die Bewohner, Arbeitskräfte, kleine Firmen in die Außenbereiche ohne finanziellen Ausgleich für die dortigen Gemeinden und Wohnraum wird überall knapp. Das Gebot der Stunde wie der Zukunft ist eine Dezentralisierung und Entflechtung von Ansiedlungen. Die Gewerbegebiete wie Miesbach Nord wären idealer Ansiedlungsraum, durch die Autobahn-Nähe und den Naherhohlungswert, von einer lebenswerten Umwelt für unsere Kinder und Jugend ganz zu schweigen. Zudem ist es grober Unfug, im heutigen Klimawandel einer Stadt wie München zu gestatten, mit beliebigen Wasserentnahmen den Grundwasserspiegel weiter zu senken und definitiv damit die Zerstörung der Natur voranzutreiben. Andere Städte müssen 30–40 % des Wassers recyceln, besonders für die Gewerbebetriebe. Aber München darf es sogar verkaufen! Damit hiesige Brunnen bereits vertrocknen und künftig der in Jahrtausenden gewachsene und gepflegte Boden vom Winde verweht wird! Das Landratsamt macht bei diesem Thema eine denkbar schlechte Figur. Zumindest verdächtig ist die Hilflosigkeit oder Gleichgültigkeit eines „grünen Landrats“ gegenüber der eigenen Bevölkerung schon! Wo ist das Konzept für eine prosperierende Landesentwicklung des Landkreises Miesbach? Sollen wir unsere Zukunft wirklich unvernünftigen Bürokraten einer egoistischen und größenwahnsinnigen Stadt schenken, um im Nachhinein deren Fehlplanungen wieder auszubaden? 

Frank C. Hillebrand Miesbach

Keine Lösung für das Problem; Die Planung, das Wasserschutzgebiet zu vergrößern wird auf Dauer keine Lösung für das Problem Trinkwasserbeschaffung sein. Da erfährt man ganz nebenbei in Ihrem Bericht, dass die Stadt München seit 200 Jahren vom Mangfalltal Wasser bezieht und keinen Pfennig dafür bezahlt hat, ausgenommen der damalige Kauf des Grundstückes und die teilweise Zwangsenteignungen die man skrupellos umgesetzt hat. Nun will man an diesem System festhalten, eine mir nicht nachvollziehbare Handlung. Wenn die Prognose bis 2030 stimmt, dann ist die Entscheidung das Schutzgebiet zu vergrößern nicht die Lösung. Was ist bis 2060 geplant, die Renaturierung der Stadt Miesbach oder solls gleich bis Bayrischzell gehen? Das einzige was hier angebracht ist, ist Wasser zu sparen und die Menschen für das höchste Gut zu sensibilisieren. Das würde schon in der Schule anfangen. Zudem müsste man sich Gedanken um mehr Kläranlagen und evtl. Auffangbecken für Niederschläge machen. Nur mehr abpumpen wird auf Dauer den Grundwasserspiegel noch mehr senken, dies zeigt sich bereits in den letzten Jahren in denen viele Almbauern ihre Almen früher verlassen müssen, da es am nötigen Wasser fehlt. Das sogenannte Baumsterben in höheren Regionen ist für mich ebenfalls ein Zeichen für die Senkung des Grundwasserspiegels. Herrn Alois Fuchs kann ich nur wünschen, dass er weiterhin die Kraft gegen den Riesen Stadt München aufbringt und sich nicht unterkriegen lässt. Es ist schon interessant, jeder will Bio, aber den Bauern, der sich die Mehrarbeit und die Auflagen antut, lässt man mit seinen entstandenen Problemen links liegen.

 Manfred Meier Hausham

Als ich 1970 für die Schulen in München die Dia-Reihen „Trinkwasser für München“ und „Abwasser von München“ angefertigt habe, war es schon bekannt, dass die Wasserversorgung nicht unbegrenzt möglich ist. Die gute Wasserqualität vom Taubenberg ist nicht unendlich zu erhalten. Man hat dann zusätzliche Brunnen im Loisachtal gebaut, aber auch hier ist nicht an unbegrenzte Mengen zu denken. So wird das Wasserproblem bald für München ein schier unlösbares Rätsel werden, wo soll Wasser für 1,8 Millionen oder mehr Menschen erhaltbar sein? Auch die unglaubliche Verschwendung vom Lebensmittel „Wasser“ wird sich rächen, weil nichts auf der Erde ohne Ende ist und jede Vergeudung und Verschwendung Folgen hat. Für die Zukunft sollte sich die Politik einmal Gedanken machen, wie Land- und Stadtbevölkerung mit dem immer weniger und kostbaren Wasser versorgt werden kann. 

Karl Schillinger München

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