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Mit Versprechungen von Arbeitsplätzen blenden

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Dirk Walter: „Seehofer soll sich auf 3. Startbahn festlegen“; Bayern 17./18. Oktober

Welche „tollen“ Aussichten für das Wirtschaftswachstum in Bayern! Die VBW nennt eine Zahl: 862 Millionen Euro „Wertschöpfung“ pro Jahr – durch die 3. Startbahn. Die Frage ist: Woher soll der Zuwachs kommen, wenn keine Steigerung der Flugbewegungen in Aussicht ist? Siehe der Winterflugplan 2015/16. Vorhandene, beweisbare Zahlen belegen einen Rückgang der Umsätze im Flughafenumland um acht Millionen Euro in den vergangenen Jahren! Wenn der Umsatz hier schon nicht wächst, wie soll er dann im Rest Bayerns wachsen? Wenn viele Nordbayern ohnehin eher nach Frankfurt oder zum Nürnberger Flughafen tendieren. Basiert das Gutachten etwa auf Zahlen der Firma „Intraplan Consult GmbH“, die sich auf Flughäfen „spezel-ialisiert“ hat – siehe Kassel-Calden oder Memmingen – und schon zwei Mal bei der 3. Startbahn daneben lag. Dann sollte sich jeder Leser fragen, was dieses Gutachten wert ist. Seriöser wäre die Offenlegung der Methode zur Berechnung der Zahlen, was Intraplan bis heute nicht getan hat! Auf so eine unseriöse Berechnung sollte sich keine private Firma, geschweige denn der Freistaat Bayern, einlassen. Franz Streitberger Freising

Ich möchte darauf hinweisen, dass Europas größter Flughafen, London Heathrow, seit Jahren auch nur zwei Landebahnen besitzt. 2014 wurden dort 465 000 Flugbewegungen abgewickelt, dagegen in München nur 357 000. Ich verstehe nicht, warum wir deshalb eine 3. Startbahn brauchen sollten. Bei meinen gelegentlichen Flügen ab München muss ich immer wieder feststellen, dass es nirgendwo auf der Welt auf einem Flughafen so geruhsam und entspannt zugeht. Vielleicht machen sich die Startbahnbefürworter darüber mal ein paar Gedanken. Rainer Schmidt München

Leben wir noch in einer Demokratie? Zwei repräsentative Umfragen haben gezeigt, dass die Mehrheit der bayerischen Bevölkerung gegen den Bau einer 3. Startbahn ist. Ebenso ist es mit der Mehrheit der Münchner Bürger. Wenn der Wunsch von Horst Seehofer nach einer „Koalition mit der Bevölkerung“ ernst gemeint war und nicht nur eine der üblichen hohlen Wahlkampf-Phrasen ist, dann wird es Zeit für unseren verehrten Ministerpräsidenten, die Pläne für die 3. Bahn dorthin zu befördern, wo sie hingehören. Nämlich auf den Müllhaufen der Geschichte. Richard Fischer Haag

Die neue VBW-Studie will mit Versprechungen von zukünftigen Arbeitsplätzen durch eine 3. Startbahn wieder nur blenden. Schon viele haben sich bemüht, mit Arbeitsplätzen ein Projekt durchzudrücken, weil Arbeitsplätze immer ein Totschlag-Argument sind. In Frankfurt hat man vor dem Ausbau von bis zu 250 000 neuen Arbeitsplätzen gesprochen, dann von 100 000, davon 40 000 direkt am Flughafen. Übrig geblieben sind gut 500. Stoiber hat anfangs von 28 000 neuen Arbeitsplätzen durch eine 3. Startbahn gesprochen, die FMG später von 22 000, dann die IHK von 21 000 und jetzt die VBW-Studie von 15 300. Die FMG glaubt selbst nur noch an 8000. Alle Studien, so auch die aktuelle VBW-Studie, basieren auf den gleichen, falschen Zahlen, mit denen Intraplan die Entwicklung der Flugbewegungen am Flughafen München prognostiziert hat. Die Berechnungen dazu sind so geheim, dass man sie der Öffentlichkeit nicht zeigen kann und auch kein Gericht hat sie je überprüft! Doch Falsches wird nicht dadurch richtiger, indem man es immer wieder wiederholt. Die Mehrheit in der Bevölkerung lässt sich nicht mehr von der Flughafen-Lobby blenden und betrügen! Claudia Kammerloher Freising

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