Zwei Leserbriefe

Wald und Wild

Dominik Göttler: Waldbesitzer schlagen Alarm; Bayern 18. März

Zum Waldumbau und Wiederaufbau braucht es keine Verschärfung des Jagdgesetzes, da bestehende Paragrafen ausreichen, sondern einen guten Willen und Zu-sammenarbeit zwischen Waldbauern und privaten Jägern. Das Bild, mit den beiden Waldbesitzern zeigt einen wildtierfeindlichen Waldabschnitt, mit Buchen, gepflanzt vor etwa 120 Jahren. Im Hintergrund eine Fichtenmonokultur, die einer der Väter, ohne Rücksicht auf Natur Umwelt und Waldlebewesen, aus rein ertragsorientierter Sicht, gepflanzt hat. Heute ohne Zukunft, da ein Eldorado für Borkenkäfer, ohne einen Grashalm oder einem Strauch, Nahrung für Rehe.

Ich würde mich als Besitzer weder gegen das Rehwild, das für diesen Waldzustand keine Schuld trägt, starkmachen, noch mit so einem Wald ablichten lassen. Wenn auf dieser Fläche ein klimasicherer Mischwald entstehen soll, müssten zwei Drittel der Bäume des Fichtenbestandes entnommen werden. Umbau heute und nicht erst bei Schlagreife in 70/80 Jahren, oder nach Käferbefall. Ohne Licht und Wasser kann eine Umgestaltung, das Einbringen von Buche, Linde, Ahorn, Tanne und Föhre nicht erfolgreich gestartet werden.

Wenn sich diese beiden Waldbauern weiterhin weigern, die eventuell gewollt fünfzig Tannen auf zwei bis drei Hektar, weil Leckerbissen für Rehe, mit egal welchem Verbiss-Schutz zu versehen, dann müssen, damit diese nicht verbissen werden, alle Rehe in diesen Bereichen erlegt werden. Die Fichtenmonokulturen, nur auf den Rücken der Rehe, und nicht nach dem Verursacherprinzip, fit für die Zukunft zu machen, findet die Jägerschaft unredlich.

Hubert A. Hertlein

Murnau

Toter Steinadler SPD will Verbot bleihaltiger Munition; Bayern 18. März

Der Tod des Steinadlerweibchens durch Bleivergiftung ist sehr tragisch. Nun werden von allen Seiten Forderungen nach Verbot der bleihaltigen Jagdmunition laut. Steinadler ernähren sich von der Beute, die sie selbst jagen. Wichtigste Beutetiere sind Gams- und Rehkitze, Raufußhühner und weitere Kleintiere. Aas wird erst angenommen, wenn mangels Beutetieren Nahrungsknappheit besteht. Die radikale Schalenwildbejagung, starke touristische Frequentierung und durch Aufforstung immer weniger werdende Offenlandflächen im Gebirge sind hier der Grund. Im Winter ist die Nahrungsknappheit deshalb besonders groß. Das vergiftete Adlerweibchen hat also offenbar Aas von Wild aus Schonzeitaufhebungsgebieten gefressen. Der Mensch ist also in der Notzeit großer Nahrungskonkurrent, Gamskitze gibt es aufgrund hoher Abschussvorgaben zu wenig. Das Leuchtturmprojekt der Baysf, Wild mit schlechten Schüssen als Nahrung für Steinadler im Revier zu belassen, wurde aufgrund massiver Kritik daran, dass Wild (wertvolles Nahrungsmittel) im Wald verbleibt, korrigiert.

Wildtierteile und Aufbrüche sowie Fallwild sollen nun im Revier belassen werden. Die komplette Umstellung der Munition auf bleifrei wird aus technischen Gründen vermutlich noch etwas Zeit in Anspruch nehmen. Um eine schnelle und tierschutzgerechte Tötungswirkung zu erzielen, werden gerade im Gebirge bleihaltige Metalllegierungen verwendet, weil sie wirkungsintensiver und sofort tödlich sind. Bei Verwendung bleifreier Munition muss die Schussentfernung aus Tierschutz- Gründen deutlich reduziert werden, was große Selbstdisziplin erfordert und bei der Gamsjagd oft Schwierigkeiten bereitet. Ein gut ausgebildeter Jäger, mit Achtung vor der Kreatur, der waidgerecht und tierschutzkonform jagt, erlegt das Wild durch Schuss auf Herz und Lunge. Es sollte also möglich sein, diese Organe (bei Gamswild circa eineinhalb Kilo) zusammen mit dem Tier ins Tal zu tragen, und dann zu entsorgen, falls bleihaltige Munition verwendet wurde. Früher hat man diese Teile zum Schutz der Adler unter Steinhaufen begraben.

Eine mangelhafte Ausbildung der Jungjäger bezüglich des Tierschutzes und zunehmende Verrohung in der Jagd aufgrund unnötig hoher Abschussvorgaben gerade beim Gamswild ist deshalb auch für den Steinadlerschutz relevant und sollte deshalb dringend einer genauen Prüfung unterzogen werden. Gebiete mit extensiver Bejagung und großräumige Ruhezonen mit ausreichend Beutetieren sind dem Steinadler sehr viel hilfreicher als das alleinige Verbot von bleihaltiger Munition.

Hans Bader

Berufsjäger, Kochel am See

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