Umbau in klimatolerante Wälder

Ute Wessels: Der Kampf der Waldbesitzer; Bayern 24./25. März

Nachdem die Waldbauern bereits am Holzverkauf verdienen, ist es nicht nachvollziehbar, dass sie trotzdem mit der unwahren Behauptung, dass sie den Klimawandel nicht verursacht haben, versuchen, finanzielle Hilfen für den Waldumbau vom Staat raus zu pressen. Unwahr deshalb, weil viele Waldbauern auch Landwirtschaft betreiben, und die ist eine der Hauptverursacher des Klimawandels. Vor allem Überdüngung, der Umbruch von Grünland- und Niedermoorstandorten in Ackerflächen, der trotz Verbot durch Hintertürchen immer noch geschieht, der sinkende Humusanteil in den Böden und die intensive Tiermast sind die Verursacher klimaschädlicher Gase wie Kohlendioxid, Methan und Lachgas. Schuld an der verheerenden Bilanz ist das Prinzip immer mehr und schneller: Es wird gedüngt, was das Zeug hält und immer mehr Vieh für eine maßlose Fleischproduktion gehalten. Beim Waldumbau in klimatolerante Wälder sollte endlich berücksichtigt werden, dass der Erhalt von Biotopbäumen, alten Bäumen und Totholz wichtig für das Ökosystem Wald ist. So kommt in Wirtschaftswäldern nur noch 1-3 % Totholz vor, was neben dem massiven Artenverlust bei Waldinsekten dazu geführt hat, dass die Kohlenstoffvorräte in Totholz deutlich unterhalb der möglichen Gleichgewichtsvorräte liegen. Denn obwohl Totholz ein wesentlicher Bestandteil für den Energie- und Nährstoffkreislauf und eine Schlüsselkomponente im Kohlenstoffhaushalt ist, ist Totholz ein vernachlässigter Bestandteil in Wirtschaftswäldern. Nachdem die Landwirtschaft den Klimawandel mit verursacht, sollte sie für die daraus resultierenden Folgeschäden und Gegenmaßnahmen selbst aufkommen und nicht die Allgemeinheit. Zumal die EU bereits jährlich 55 Milliarden Subventionen für den Agrarsektor ausgibt. 

Verena Wendt Weilheim

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