Wasserkraft ist die beständigste und sauberste erneuerbare Energieform

Josef Ametsbichler: Umweltsünder Wasserkraft?; Bayern 9. März

In dem Artikel wird die Meinung vertreten, dass wegen Wasserkraftwerken viele Flüsse und Bäche nicht genug Wasser führen, damit Fische darin überleben können. Der Grund: Es würden über die Triebwerkskanäle und Mühlbäche zu viel Wasser für die Turbinen abgeleitet. Ziel des Umweltministeriums, der Fischer und Naturschützer ist es daher, durch einen neuen Leitfaden die „Mindestwassermenge“ um ein Vielfaches zu erhöhen. Dies wäre ein folgenschwerer Fehler, der den Ruin für viele Wasserkraftwerke bedeuten würde. Es wird damit das Kind mit dem Bad ausgeschüttet. Diese Maßnahme ist nicht nötig, da ausreichend Mindestwasser im Mutterbett bereits durch den bestehenden und 20 Jahre bewährten „Mindestwasser-Leitfaden“ vorgeschrieben ist. Von den 2800 betroffenen Ausleitungskraftwerken (von insgesamt 4200 Werken in Bayern) mit bis zu 500 Kilowatt Leistung werden derzeit insgesamt 700 Millionen Kilowattstunden Wasserkraftstrom im Jahr erzeugt. Bei einer Verschärfung der bisherigen Vorgabe würden erheblich weniger heimischer, klima- und ressourcenschonender Strom erzeugt werden. Mit bis zu 50 Prozent Strom-Ertragseinbußen ist zu rechnen. Die beispielhaft im Artikel erwähnte „Off-Mühle“ in Sindelsdorf müsste nach 700 Jahren ihre Turbine stilllegen. Die Vorteile der Kleinwasserkraft liegen aber nicht nur in der Stromproduktion. In Summe entsteht durch die Kleinwasserkraft ein erheblicher zusätzlicher Mehrwert für die Region. Ihre hohe Zuverlässigkeit und Verfügbarkeit tragen für die Energiewende zur Netzstabilisierung und zur Versorgungssicherheit bei. Bei Stromausfällen stehen die Anlagen für die Notstromversorgung zur Verfügung. Volks- und gemeinwirtschaftlich leisten sie wertvolle Beiträge zur Sohl-, Ufer- und Wehrstabilisierung, zum lokalen Hochwasserschutz und zur Reinigung der Gewässer von Müll, womit gleichzeitig der Staatshaushalt entlastet wird. Die Behauptung die Wasserkraftwerke würden Schaden für Fauna und Flora in den kleinen Flüssen anrichten, ist falsch. Gerade mit der Wasserkraft können die sektoralen Ziele der Gewässerökologie mit der Gesamtökologie in Harmonie vereint werden. Die Wasserkraftbetreiber haben bei tausenden wasserkraftgenutzten Wehren Fischtreppen für die Gewässerorganismen errichtet. Die Mühlbäche bilden grüne Trittbretter in der Natur. 1926 gab es in Bayern rund 12.000 Wasserkraftwerke bei üppigstem Fischreichtum. So können auch schon deshalb die Wasserkraftwerke nicht schuld am Rückgang der Fischarten sein. Es sei den mittlerweile über 3 Millionen Fischern vergönnt, dass sie jährlich aus unseren BRD-Gewässern 45.000 Tonnen Fische angeln. Nicht in Ordnung ist es jedoch, wenn die Wasserkraft zu Unrecht für den Rückgang der Fischbestände als Sündenbock hingestellt wird. Neben der Überfischung spielen beim Fischartenrückgang andere multiple zivilisatorische Störfaktoren, wie hormonelle, chemikalische und landwirtschaftliche Einträge, Verbau der seitlichen Laichgewässerarme, Klimaveränderung, Versauerung, Nitratstoffbelastung, Kormorane, Fischreiher, etc. eine Rolle. Angesichts der gefährlichen Atomenergie, der schädlichen Kohle und der Abhängigkeit vom ausländischen Gas kann man auf die unerschöpfliche heimische Wasserkraft-Energie nicht verzichten! Die Wasserkraft ist die beständigste und sauberste erneuerbare Energieform, ihr Bestand und ihre Weiterentwicklung ist zu sichern. So liegen 95 % der Bevölkerung richtig, wenn sie die Wasserkraft befürworten. 

Dipl.-Ing. Anton Zeller Ruhpolding

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