Richtig an den Kragen

Beatrice Ossberger: Kleiner Igel in großer Not; Bayern 29. Januar

Vielen Dank für den Hinweis, dem Igel einen Lebensraum zu schaffen. Ich setze ihn seit Jahrzehnten in meinem Garten um. Ein Tropfen im Ozean, leider. Die deutsche Landschaft steht im direkten Wettbewerb mit Ansiedlungen , Autobahnen , Industrie- und Gewerbegebieten, Golfplätzen, Lkw-Parkplätzen und nicht zuletzt Ackerflächen für Nachwachsende Rohstoffe und Biogas. Der Artenschwund bei Wildtieren, Singvögeln, Insekten, Wildpflanzen wird immer wieder zu leicht der intensiven Landwirtschaft zugeschrieben. Durch solche Aufschreie und Zeitungsartikel wird sich an dem Drama nichts ändern. Das Gegenteil wird der Fall sein. Mit dem rasanten Höfesterben der kleinstrukturierten Landwirtschaft geht es der Natur erst richtig an den Kragen. Eine Wende kann nur durch die Honorierung ökologischer Leistungen des Landwirts nach marktwirtschaftlichen Prinzipien erfolgen oder durch Änderung der Besitzverhältnisse erreicht werden. Entweder wird der Landwirt für seinen Naturschutzaufwand nachhaltig entlohnt (Brache, Pflege von Hecken etc, siehe N. Knauer ,1991) oder die Naturschutzverbände kaufen aufgegebene Höfe. Damit können Kleinstrukturen zur Vernetzung von Biotopen geschaffen und fachgerecht naturnah ohne Kostendruck bewirtschaftet werden. Der LBV sollte noch mehr Crowdfunding betreiben und das Geld nachhaltig in den Aufkauf von Landschaft und Naturschutzgebieten investieren. Vielleicht schafft es der Merkur ja, der intensiven Landwirtschaft ein paar Quadratkilometer abzukaufen. 

 Dr. Ernst-Peter Thies Schaftlach

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