Kein Strom ohne Wind

Josef Ametsbichler: Flaute bei der Windkraft; Bayern 25./26. Februar

Herr Fell behauptet, die Windkraft in Bayern sei tot. Herr Fell war Bundestagsabgeordneter der Grünen und ist einer der Erfinder des Erneuerbaren Energiegesetzes (EEG) zusammen mit Jürgen Trittin (bekannt durch den Ausspruch: „Die Energiewende kostet den Bürger nicht mehr als eine Kugel Eis“). Aktuell ist Fell Präsident der Energy Watch Group (EWG) und jettet in dieser Funktion mit dem Flugzeug um die Welt oder bereist mit seinem Tesla, bei dem allein die Batterie eine dreiviertel Tonne wiegt, Europa. Mit seinen Klimawandel- und Klimakatastrophen-Vorträgen mit drastischen Bildern beeindruckt er – gegen ein fürstliches Honorar – seine Zuhörer. Ausgangspunkt zur aktuellen Pressemitteilung ist eine Bachelorarbeit an der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf zur „Entwicklung der Windkraft in Bayern unter dem Einfluss der 10-H Abstandsregelung und der Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes 2017“. Aufgrund von „Experten-Interviews“ wird darin „die fehlende Unterstützung der Windkraft durch die bayerische Regierung, trotz bestehend gutem Windkraftpotenzial in Bayern“ festgestellt. Zwei Gedanken dazu: 1. Diese interviewten Experten sind nicht Wissenschaftler oder unabhängige Ingenieure, sondern Politiker wie Herr Fell selbst und Natascha Kohnen, die als aggressive Windkraftbefürworterin bekannt ist. Beide waren Kläger gegen das Gesetz zu 10H. Des Weiteren wurden befragt eine Mitarbeiterin vom Büro Sing (WKA in Berg, Fuchstal und Lamerdingen) und der Leiter der Projektentwicklung Ostwind AG. Beide beziehen ihr Einkommen ausschließlich durch den Bau und den Betrieb von Windkraftanlagen, unabhängig von Ertrag und Wirtschaftlichkeit. 2. Die Aussage zum angeblich guten Windkraftpotenzial in Bayern ist schon allein durch die Einspeiseergebnisse der Netzbetreiber widerlegt. So haben die vier Anlagen der Gemeinde Berg am Starnberger See bereits im ersten Jahr einen Verlust von 387 000 Euro eingefahren. Wenn man diese Anlagen betrachtet, die an vielen Tagen und Wochen still stehen oder nur leicht trudeln, liegt der Gedanke nahe, dass der Rückgang bei den Genehmigungsanträgen in Bayern auch auf die Einsicht zurückzuführen ist, dass Windräder, die ohne Wind keinen Strom erzeugen, die Zerstörungen von Wäldern und Landschaftsbildern nicht rechtfertigen. Schon Wilhelm Busch (1832–1908) kannte die Unzuverlässigkeit der Windkraft: Aus der Mühle schaut der Müller, der so gerne mahlen will. Stiller wird der Wind und stiller, und die Mühle stehet still. So geht’s immer, wie ich finde, rief der Müller voller Zorn. Hat man Korn, so fehlt’s am Winde, hat man Wind, so fehlt das Korn.

 Maria Reitinger Neufahrn

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