Großbrand im Europa-Park Rust: Fahrgeschäfte brennen 

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Wie eine lästige Warze

Josef Ametsbichler: Der Tourismus lebt, das Wirtshaus stirbt; Bayern 10./11. Februar

Liebe Frau Aigner, Sie und unser Heimatminister Herr Söder (der die 100 besten Heimatwirtschaften in Bayern sucht) gebührt gastronomischen Respekt, um die paar noch vorhandenen Wähler bei Laune zu halten. Das Engagement gegenüber den bayerischen Wirtsfamilien kommt jedoch viel zu spät. Für Söders vorgenannte Ausschreibung dürfen wir uns nicht bewerben, weil unser Ort in die Region Landkreis München fällt! Schade dass Aying nicht ausgeschlossen ist, tja wenn man sich Inselkammer schreibt! Unser Ort ist zwar an der Landkreisgrenze zu München jedoch mit den öffentlichen Verkehrsmitteln abgeschnitten wie eine lästige Warze. Neue Arbeitskräfte aus der Stadt zu bekommen, unmöglich! In mehr als 500 Gemeinden in ganz Bayern findet man kein Wirtshaus mehr. Das ist erst der Anfang! Wirtshäuser gibt es in ein paar Jahren nur noch als Abschreibungsobjekte millionenschwerer Brauereien (mit ausschließlich ausländischem Personal) oder als Bildband! Die Gründe liegen klar auf der Hand: Arbeitszeitengesetz, Denkmalschutz, 19 % MwSt.-Belastung im Wirtshaus, Brandschutz, nikotinverseuchte Schwarzgastronomie, Imbissbuden (ohne WC und Waschbecken) usw.! Auch bekannte Wirtshäuser in der Umgebung reduzieren Ihre Öffnungszeiten oder verkaufen weil Sie keine Fachkräfte bekommen. Uns blüht das auch bald! Als Aushängeschild der Gemeinde, als ortsprägendes Haus haben wir viele Jahre modernisiert und umgebaut, Arbeitsplätze geschaffen, statt Anerkennung und Dankbarkeit haben wir nur Neid und Missgunst geerntet! Weil wir keine Mitarbeiter mehr bekommen haben, wurde unser schöner Festsaal vor drei Jahren zu modernen Gästezimmern umgebaut. Dieser wurde u.a. auch von den ortsansässigen Vereinen gerne genutzt, weil wir als Wirtsleut die Vereine immer unterstützt haben. Unser Wirtshaus ist seit 100 Jahren im Familienbesitz, trotz Begeisterung für den Betrieb sind wir äußerst skeptisch, ob unsere Kinder auch so viel arbeiten wollen und den Betrieb so wie er jetzt besteht, weiterführen werden. 

Anita und Melchior Stocker Wirtsleut von Landsham

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