Debatte um Wölfe in Bayern

Katja Kraft: Suchtrupp erschießt einen der flüchtigen Wölfe; Bayern 9. OktoberMarkus Christandl: Ein Opfer eines Wolfsangriffs erinnert sich; Bayern 9. OktoberDirk Walter: Almbauern fordern „wolfsfreie Zonen“; Bayern 4. Oktober

Man entschied sich nun, Wölfe, die nicht eingefangen werden können zu erschießen. „Wir werden hier zum Schutz der Menschen kein Risiko eingehen“, sagte Parkleiter Franz Leibl. Und das ganze Gemetzel nur, weil die Eltern dieser Wölfe keine Menschen waren. Wären es Menschen gewesen, dann würde es keine Rolle spielen, wenn sie sich nur im Straßenverkehr jährlich zu Tausenden und in Kriegen gar zu Hunderttausenden gegenseitig umbringen. Nur Menschen dürfen andere Menschen verletzen oder gar töten. Weil aber die Eltern dieser Wölfe nun einmal Wölfe waren, dann kann es schon bei einer möglichen Verletzung eines Menschen nur die Todesstrafe geben. All dieser perverse Wahnsinn fällt unter die Rubrik: Die Würde des Menschen ist unantastbar! Sie schämen sich nicht einmal, unschuldige Tiere zu töten. Aber: „Abwesenheit von Schamgefühl ist der Beginn von Schwachsinn“ (Siegmund Freud)! 

Manfred Schelle Weßling

Für mich sind mindestens 75 Prozent der Jäger potenzielle Mörder, die nur aus Lust am Töten und aus Angabe auf die Jagd gehen. Wahrscheinlich sind schon Heerscharen von diesen Leuten unterwegs in den Bayrischen Wald, um einmal im Leben einen Wolf zu schießen. Und der Münchner Merkur unterstützt dies noch, indem er gleich eine Story bringt von einem Menschen, der von einem Wolf angefallen wurde. Geht‘s noch? Am liebsten würdet Ihr noch Koordinaten rausbringen, wo sich die Wölfe gerade befinden. 

Manfred Wimmer München

Für die ungebremste Verbreitung der Wölfe fehlen in Mitteleuropa, besonders aber in Deutschland alle Voraussetzungen. Der Vergleich mit Ländern in Europa, in denen Wölfe existieren (können), wie in Rumänien und in Teilen Jugoslawiens hinkt, weil diesen Ländern in weit größeren Umfang als im dicht besiedelten Deutschland naturbelassene Flächen, vor allem unbewirtschaftete Wälder zur Verfügung stehen. Es ist ein Irrtum zu glauben, dass die von Wölfen verursachten Schäden von den betroffenen Landwirten geduldig und ohne Gegenwehr hingenommen werden. Wölfe wurden und werden auch noch heute, teils legal, teils illegal bekämpft, wenn sie überhand genommen haben. Man darf davon ausgehen, dass diejenigen, die den Wolf willkommen heißen, nicht gewillt sind, die immensen Kosten für die Errichtung von Schutzzäunen, soweit sie überhaupt (außerhalb alpiner Regionen) möglich ist und für die Verluste an Tiere in ungeschützten Weiden mitzutragen. Das überlässt man lieber dem ohnehin stark belasteten Steuerzahler. 

Dr. Karl Englert Kottgeisering

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