Debatte um den Schutz der Wölfe

Christian Vordemann: Abschuss schon möglich; Kommentar,Dirk Walter: Wolfschutz soll gelockert werden; Bayern 3./4. Februar

Sie diffamieren Jäger, indem Sie behaupten, sie würden Mauswiesel, Füchse oder Eichelhäher „ohne Sinn und Nutzen“ erlegen. Sicher gibt es Jäger die, wie Journalisten, ihr Handwerk nicht ordentlich ausüben. Die oben genannten Wesen sind jagdbar und gehören zum sogenannten Raubzeug. Nicht ohne Grund, denn sie räubern unter anderem Vogelnester, Hase, Kanin, Rebhühner oder Fasan. Neben der in vielen Regionen naturfeindlich betriebene Landwirtschaft durch Monokulturen sowie unzureichende Raubzeugbekämpfung, finden Sie kaum noch Niederwild in unserer Umgebung. Zudem wurde berichtet, dass München die Stadt mit den wenigsten Singvögeln ist. Neben Krähen, Elstern und Eichelhäher sorgen hier auch noch Hauskatzen für deren Aussterben. Die Jägerschaft ist sehr wohl auf Hege aus und Wölfe reißen nicht nur Schafe, sondern auch Gams und Rehwild, manchmal auch Rotwild. Über solche Schäden berichten Sie nicht. Durch die wärmeren Winter werden die Wolfrudel größer und die Schäden auch. Daher gehört der Wolf über kurz oder lang ins Jagdrecht aufgenommen. Hans Gisbert Ulmke Gauting

Lange hat man sich für die Wiederansiedelung von Wölfen starkgemacht. Kaum sind sie da, ist das Geschrei wieder groß. Der Schutz des Menschen hat laut Koalitions-Unterhändler oberste Priorität. Dabei ist es der Mensch, der für die Probleme verantwortlich ist. Der Lebensraum wird immer kleiner, es gibt kaum noch zusammenhängende größere Rückzugsflächen für Wildtiere im Allgemeinen. Die Zersiedelung der Landschaften und der Mensch, der in jede Region eindringen muss. Seien es die Skitourengeher, die abseits der Pisten unterwegs sind oder die Mountainbiker, die mittlerweile querfeldein durch die Natur brettern, den Abfall überall liegen lassen, der auch wieder Tiere anlockt usw. Ein Jungwolf, der sein eigenes Revier gründen will, läuft unzählige Kilometer auf Partnersuche, da ist es logisch, dass er auch in die Nähe von Siedlungen kommt. Der Wolf an sich ist sehr scheu und zurückgezogen. Bevor ihn ein Mensch sieht, hat er den Menschen längst wahrgenommen und sich zurückgezogen. Zum Thema Verluste bei den Viehhaltern: Alleine im 1. Halbjahr 2017 wurden in Deutschland circa 490 000 Schafe und 164 000 Kälber geschlachtet, damit der Mensch seinen bekannt übermäßigen Fleischkonsum decken kann. Da fallen doch 143 Schafe und 16 Kälber nicht ins Gewicht. Zudem gibt es einen Entschädigungsfonds. Bei künftiger Berichterstattung wünsche ich mir mehr Transparenz hinsichtlich statistischer Zahlen auf beiden Seiten von Tier und Mensch. Ich finde es sehr traurig und beängstigend, wie sehr der Mensch seinen eigenen Lebensraum immer mehr verändert und dabei nur seine eigenen Interessen und Profite im Blick hat. Verluste der Artenvielfalt, der Biodiversität im allgemeinen scheinen zunehmend in den Hintergrund zu rücken. Früher hat der Mensch noch mehr mit der Natur und dem Kreislauf der Natur gelebt, heute gilt das Prinzip der Ausbeutung und Natur soll schön aussehen, aber keine Probleme machen. 

Daniela Deutschmann Ismaning

Der Einsatz von Herdenschutzhunden, um Weidetiere vor Raubtieren zu schützen, ist in unserem dicht besiedelten Land sicherlich eine eher originelle Idee. Wer nicht nur am Schreibtisch sitzt, sondern hie und da auch mal draußen zu Hause ist weiß, dass Wanderwege in den Bergen oft durch beweidete Almen hindurch führen. Das Durchqueren einer Alm mit Jungkühen kann ohnehin schon spannend werden; darauf, dass ein Herdenschutzhund meine friedlichen Absichten erkennt, möchte ich mich nicht verlassen müssen. Für uns Wanderer ist der Schutzhund eine zusätzliche Gefahrenquelle. Wölfe und Bären sind nicht vom Aussterben bedroht, es gibt genug Lebensräume in den dünn besiedelten Gebieten zum Beispiel Kanadas und Sibiriens. Wer sich dort in die Wildnis begibt, tut dies meist nicht unbewaffnet. Sollen wir hier das Waffenrecht anpassen? Ein hoher Preis für eine Wiederansiedlung solch gefährlicher Raubtiere, die ja wohl hauptsächlich der Selbstbefriedigung sogenannter Tierschützer dient. Aber es ist immer wieder gut, zu hören, dass es in unserem Land offensichtlich keine ernsten Probleme gibt, und man sich mit so etwas beschäftigen mag. PS: Die Annahme, dass Bär und Wolf für den Menschen ungefährlich sind, beruht darauf, dass diese den Menschen als Gefahr erkennen und fliehen. Zum einen setzt das voraus, dass sie bejagt werden und somit vom Menschen Gefahr aus geht. Zum anderen müssen die Tiere die Change zur Flucht haben. Besonders Mountainbiker sind in den USA schon Opfer von Bären geworden, da sie überraschend auftauchen und der Bär sofort zum Angriff übergeht. Aber man könnte den Menschen, die sich in der freien Natur bewegen wollen, ja Kuhglocken umhängen, um die Wildtiere zu warnen. Die Idee ist sicherlich genauso originell wie die, Herdenschutzhunde einzusetzen.

 Karl Otta Murnau

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