Für und wider die Rückkehr des Wolfs

Christian Vordemann: Mehr Gelassenheit; Kommentar, Claudia Schuri: „Wir müssen über den Wolf reden“; Bayern 12. Juni

Ich möchte vorausschicken, dass ich Wölfe immer schon bewundert und geachtet habe. Das macht mich aber nicht blind für die realistischen Gegebenheiten unserer Zeit. Natürlich sind unsere Tierfreunde und Naturschützer Feuer und Flamme, wenn ein früher vorhandenes Raubtier wieder bei uns heimisch wird. Aber die halten in aller Regel auch keine Nutztiere, von denen sie wirtschaftlich abhängig sind. Wozu mangelnde Regulierung des Wolfsbestandes führen kann, beschreibt Abt Maurus Friesenegger aus Andechs in seinem Tagebuch aus dem Dreißigjährigen Krieg. Er schreibt unter anderem über ein so starkes Auftreten von Wölfen in unserer Gegend, dass der damalige Herr von Seefeld (Graf Törring) im Jahr 1632 an einem Tag in der Gemarkung Tinzlbach (heute Dünzelbach im westlichen Landkreis Fürstenfeldbruck) sechs Wölfe erlegte. Damals war es aber auch üblich, dass auf der Weide das Vieh von Hütejungen betreut wurde, die bei Angriffen die Dorfleute alarmierten. Und bei Nacht waren die Tiere zumeist im Stall angebunden. Aber das geht ja heute alles nicht mehr wegen des Jugendschutzes, des Mindestlohns, der Arbeitszeitrichtlinien und nicht zuletzt des überzogenen Tierschutzes bezüglich Stallhaltung. Schutz für Wölfe ja, aber doch nicht für Nutztiere! Schütten wir also wieder wie bei Kormoran und Biber das Kind mit dem Bad aus! 

Helmut Waldsinger Moorenweis

Ein sehr guter Kommentar zu den Wölfen von Herrn Christian Vordemann. Die Schafhalter schreien oft nach einer Abschussfreigabe von Wölfen, aber wie man die Schafherden anderweitig vor Wölfen absichern kann, da bleiben sie im Stillen. Bessere Zäune, Hütehundehaltung, das nur als zwei Beispiele, in anderen Bundesländern geht das auch. Ich denke, dass bis zuletzt freilaufende und außer Kontrolle geratene Hunde mehr Schafe rissen als Wölfe, zumindest in Deutschland, zum Beispiel im Englischen Garten zu München. Aber noch eine kleine Bemerkung, gegen einen Wildschweinkeiler hat ein einzelner Wolf keine Chance. Wenn er ein paar Frischlinge oder heranwachsende Wildschweine verspeist, ist das für Flurschäden vorbeugsam. Die Wölfe in Bayern sind allerseits willkommen.

 Franz X. Sailer Bad Tölz

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