Zugstab verhindert Kollision

Paul Winterer: Denkmal erinnert an das Zugunglück; Bayern 9. August

Zusammenstöße auf eingleisigen Strecken wären vermeidbar, wenn dort noch das altbewährte Verfahren mit „Zugstäben“ genutzt würde. Bei einem Zugstabsystem existiert für jeden Streckenabschnitt einer eingleisigen Strecke ein einmaliger Gegenstand (Zugstab). Nur wer im Besitz dieses Zugstabes ist, darf die Strecke befahren. Dieses System wird in Deutschland zum Beispiel heute noch bei der Kirnitzschtalbahn im Elbsandsteingebirge, in Frankreich auf einer Strecke beim Bahnhof La-Motte-Les-Bains und in Norwegen bei der als Eisenbahn verkehrenden U-Bahn Oslo T-bane eingesetzt. Für jeden Streckenabschnitt existiert genau ein Holzstab, an dem zum Beispiel kupferne Beschläge angebracht sind, in die die Namen des Anfangs- und Endpunktes des jeweiligen Streckenabschnittes eingeprägt sind. Um in einen Streckenabschnitt einfahren zu dürfen, muss der Zugführer im Besitz des Zugstabes sein. Er erhält ihn vom Bahnhofsvorsteher, und gibt ihn am Ende des Streckenabschnittes wieder zurück, um im Austausch den Zugstab für die nächste Sektion zu erhalten. An Begegnungsbahnhöfen kann der Austausch auch durch die Zugführer untereinander erfolgen. Umständlich, aber sicher. Sicherer jedenfalls als wenn abgelenkte Beamte oder gestörte Datenleitungen verheerende Unfälle verursachen. Zwölf Menschen aus der Region Rosenheim könnten noch leben!

 Florenz Legler Bad Birnbach

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