Rundfunkgebühren sinnlos verplempert

Im öffentlichen Rundfunk muss ja nicht auf Kosten geschaut werden, weil die Öffentlichkeit für entstehende Defizite zwangsweise aufkommen muss.

Auf Personalkosten wird nicht geachtet. Beispiel: die überdrehten Frühaufdreher. Drei Moderatoren plus eine Person fürs Wetter plus ein Nachrichtensprecher. Ein Privatsender kann und wird sich das nicht leisten. Vor vielen Jahren genügte eine Moderatorin „Susanne Rohrer“ mit viel Niveau und Spaß.

 Klaus Schlüter Krailling

Die Berichterstattung rund um die Finanzgeschichten des Bayerischen Rundfunks (BR) wirft ja nur noch Fragezeichen auf: Auf der einen Seite die Pensionslasten, Entlassungen, Rückfahren des Programms, sei es beim Rundfunk, Stichwort Volksmusik im Bayern1, oder beim Fernsehen, Stichwort ständige Wiederholungen, Verkauf der Rechte am Komödienstadl, und auf der anderen Seite die Beteiligung am neuen, geplanten Konzertsaal in München und der Neubau in Freimann. Wenn der BR in einer derart finanziellen Schieflage ist, so ist die Entlassung von 450 Mitarbeitern (ich wette ohnehin, dass dies nicht Personen aus dem Dunstkreis des Intendanten betrifft, sondern die unteren Gehaltsgruppen) lediglich ein Tropfen auf den heißen Stein. Ein Verzicht auf prestigeträchtige Neubauten würde mit Sicherheit ein höheres Sparpotential haben.

Birgit Finsterwalder München

Während dem BR-Intendanten hinsichtlich der Finanzlasten der Kittel brennt, wie dem Rechnungshof-Bericht zu entnehmen ist, wundert man sich schon, dass Grundregeln des Gast- rechts hinsichtlich der Einladungspraxis missachtet werden. Es ist ein ganz schlechter Stil, wenn der BR einer Claudia Roth, die bei ihren Auftritten keinesfalls die Samthandschuhe ab- legen dürfte, bestimmt werden kann, mit wem sie nicht in der Münchner oder Berliner Runde auftreten will. Ist denn nicht der Sender BR die einladende Instanz - auch für die Auswahl der Politprominenz? Der Kostenfaktor einer Einladung eines Journalisten aus Berlin mit Übernachtung und Reisekosten ist neben den Spesen für eine Bundestagsvizepräsidentin oder Grüne-Parteifunktionärin deutlich höher, wenn beide plus weitere Gäste nach München kommen „dürfen“, als wenn dies im Medienzentrum in Berlin stattfinden würde. Es ist eine Unverfrorenheit, wenn ein vorletztes GRÜNEN-Aushängeschild sich so gebärden kann und eine Blamage für den Sender BR – freie Presse?

Willi Eisele Wolfratshausen

BR rutscht tief in rote Zahlen – wer hat anderes angenommen? Damit wird signalisiert: Wir brauchen höhere Gebühren für Funk und Fernsehen. Wer meint dort sei sparsamer Umgang mit den Gebühren angesagt, der irrt. Sparen war noch nie notwendig, ist keine Alternative für Gebührenforderungen. Vielleicht wäre es gut dort einmal die Gehaltsstrukturen durchzuforsten und Vergleiche anzustellen mit der Gehaltsstruktur in anderen Bereichen. Zudem: Am Finanzloch soll sich die Bevölkerung beteiligen. An der Programm-Mitgestaltung ist diese gar nicht gefragt.

Otto Böhm Starnberg

Dass der BR ein bürokratisches Monster ist, ist mir seit eh und je klar. Die Leitung war und ist abgehoben und es fehlt das Verständnis eine Dienstleistung für die Bevölkerung zu erbringen. Die Sicherung der gut dotierten Posten und ein damit einhergehendes Kompetenzgerangel sind unübersehbar. Die üppigen Pensionsregelungen sind ein Teil dieser Wohltatenverteilung. Mit einem regelmäßigen, von der Leistung unabhängigen Einkommen, lässt sich bequem arbeiten. Die Gebührenzahler, damit meine ich alle Menschen, egal ob jung, alt, konservativ, freidenkend oder sonst wie, haben einen Anspruch ihren Interessen entsprechend mit Informationen und Unterhaltung versorgt zu werden. Bayern hat eine vielfältige Kultur und Menschen mit meist großzügiger Toleranz gegenüber dem Anderen. Mir persönlich macht es nichts, wenn zeitweise Sendungen nicht unbedingt meinem Geschmack entsprechen. Ich freue mich zum Beispiel über Blasmusik am Sonntag, möchte diese aber nicht stundenlang anhören. Ein Programm das Abwechslung bringt finde ich ist in Ordnung, eine gleichmäßige Berieselung von früh bis spät finde ich langweilig und nervend. Der BR hat es fertig gebracht, dass Generationen junger Leute der Meinung sind, singen und Musiktexte müssen englisch sein. Wenn ich in die Schulkonzerte meiner Enkel gehen darf, so höre ich dort überwiegend englische Liedertexte und angloamerikanische Musik. Die englischen Texte sind meist noch unsinniger und einfältiger als deutsche, nur viele verstehen sie nicht. Anstelle der Förderung von Sport- und Reiseveranstaltungen (Radltour, Skifahren, Kreuzfahrten, etc.) wäre die Förderung deutschsprachiger und bayerischer Musik vorrangig zu sehen. Die verantwortlichen Herren des BR wissen es aber besser was für die Hörer gut ist. Leider ist keine Aussicht auf wesentliche Veränderungen in Sicht.

Waldemar H. Einmeier München

Es ist absurd, dass der BR nun noch ein 6. Programm braucht, das ja wieder Kosten verursacht. Und das will man dem Hörer schmackhaft machen? Unsere zwangsweise erhobenen Gebühren werden sinnlos verplempert. Früher gab es mal drei Programme beim BR und die Sendungen waren bunt gemischt – es war für alle was dabei. Heute kann man bald nur noch abschalten, so einseitig und stupide ist die Programmauswahl, und das bei ständig steigenden Kosten. Wann sagt hier endlich jemand Stopp? Warum wird hier nicht öfter geprüft? Letztmalig im Jahr 2009. Eine derartige Überschuldung hätte viel früher erkannt werden müssen.

Margot Riedel Penzberg

Mike Schier und Rudolf Ogiermann: Spardruck durch Pensionslasten; Medien 5./6. März

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