Der BR und seine Hörer

Die Volksmusiksendungen bei Bayern 1 einzustellen ist eine Unverschämtheit für alle zwangsweise zahlenden Radiohörer.

Das Programm von Bayern 1 hat sich ohnehin die letzten Jahre sehr verschlechtert. Die abendliche Volksmusiksendung war noch der einzige Grund für mich Bayern 1 zu hören. Junge Leute schalten diesen Sender ohnehin nicht ein. Auch nicht wenn noch mehr Rock und Pop der Mittelklasse und sonstige minderwertige Musik aufgelegt wird.

Anneliese Zeuner Samerberg

Mit den vielen Kritikern an der Programmgestaltung des Bayerischen Rundfunks stimme ich voll überein. Auch mich ärgert die fast nur noch englischsprachige Musik in fast allen Programmen des Bayerischen Rundfunks und die Verdrängung deutscher und bayerischer Musik aus dem Angebot. Ein solcher Sender sollte sich nicht mehr „Bayerischer Rundfunk“ nennen dürfen. Ärgerlich ist auch der Verweis auf digitale Geräte. Ich sehe keinen Grund, warum speziell ältere Hörer sich so ein Gerät kaufen müssen, um im Bayerischen Rundfunk deutsche Musik und bayerische Sendungen hören zu dürfen. Wo bleibt eigentlich der Rundfunkrat? Diese Damen und Herren sollten dringend dem Intendanten ein Veto entgegen halten. Wozu sind sie in dieses Gremium berufen worden? Sollten sie nicht eigentlich die Interessen der Öffentlichkeit und der Hörer vertreten?

 Franz Streibl Dorfen

Dass ein Radiosender seine treuesten Stammhörer gnadenlos abschaltet, dürfte wohl ein einmaliger Vorgang sein. In Ergänzung zu Ihrem erschreckenden Lagebericht muss unbedingt erwähnt werden, dass ja auch die Klassikhörer demnächst den digitalen Fußtritt bekommen. Diese meist ältere Klientel hat den jüngsten Depperltest beim BR ebenfalls nicht mehr bestanden. Sollen wir uns jetzt für Auto, Küche, Bad, Schreibtisch, Hobbyraum, Kuhstall – wo immer noch gute alte Dampfradios stehen – zig neue Geräte anschaffen? Gibt uns Wilhelm dafür einen Zuschuss? Diese zwei Hörergruppen wollen nicht zehn digitale Spartensender, sondern eine einzige Frequenz, auf der ihr Programm zufriedenstellend läuft. Warum werden denn nicht die jüngeren BR-3-Hörer nur noch digital bedient, wenn das so viele Vorteile hat? Zumal die Mainstream-Hörer doch technisch viel fitter sind und vom i-Pod-Dock bis zur Sat-Anlage oder zum Internet-Radio immer auf dem neuesten technischen Stand zuhören? Offenbar hat der bewährte Analog-Empfang doch Vorteile. Vielleicht lässt sich der Protest der Volksmusiker und Klassiker bündeln. Wir sind die Gebührenzahler.

Andreas Weitkamp Neubiberg

Dieser Hintergrundbericht über den BR wäre ja schon vor ein paar Wochen fällig gewesen, da auch damals die Leser tagelang ihren Unmut der Redaktion mitteilten. Aber schön zu wissen, welches Kuckucksei Frau Merkel dem BR ins Nest gesetzt hat. Der Intendant, Herr Wilhelm ist CSU-Mitglied. Dies allein verleiht ihm doch sicherlich nicht diese Allmacht. Wie ist er vernetzt? Vor kurzem erst wurde er vom Rundfunkrat bestätigt. Warum denn? Wissen diese Räte vielleicht von gar nichts? Jetzt wäre es an der Zeit Ross und Reiter zu nennen. Das Vertrauen in die Politik schwindet täglich mehr, da dürfte es auch für einen Intendanten nicht genügen, Parteimitglied zu sein. Ob es allerdings der ganzen Sache besonders dienlich ist, wenn ein Heino oder ein Hansi Hinterseer auf diesen Zug aufspringen, wage ich zu bezweifeln. Beide können weder der Sparte Volksmusik, noch der Volxmusik zugeordnet werden.

Maximilian Dirrigl München

Hallo, Ihr Schlaumeier, ich will kein Digitalradio oder sonst irgendein Zusatzgerät bei dem ich den ganzen Tag deutsche Schlager oder bayrische Musik hören kann. Ich will auch nicht jeden Tag Leberkäs mit Ei und ich hab auch mehrere Hemden im Schrank zum Wechseln. Ich will abwechselnd Oldies auf Englisch. Ich will Musik aus Spanien, Italien, Frankreich oder Deutschland. Aber nur amerikanischen Wischiwaschi will ich nicht. Wahrscheinlich ist es aber ganz einfach, nur eine Sorte von Liedern zu spielen, dann muss man sich keine Gedanken machen, welcher Song zu welchem Thema passt, hört sich ja alles gleich an. Angefangen hat ja das ganze Elend mit dem Hinweis: Dies oder das gibt’s im BR Shop. Jedenfalls vielen Dank für den Hinweis, Radio Salzburg.

Erich Seyfried Neufahrn

Der Intendant des BR wäre besser bei Angie in Berlin geblieben, als im BR-Radio und Fernsehen den Wurm reinzubringen. Im BR-Fernsehen Krimi und Nachrichten zu einer Zeit, wo andere Sender das Gleiche bieten. Oder der Blödsinn „i bin da Albert, der Walter, die Anette usw. und da bin i dahoam“, auf diese Heimatkultur kann ich gerne verzichten. Aber im BR Radio, die nur eine Stunde Blasmusik und echte Volksmusik abzuschaffen, ist ein dicker Hund! Der Hörer wird somit gezwungen ein neues Radio zu kaufen – wer macht da den Reibach? Aber, wer will schon 24 Stunden Blas- und Volksmusik hören, allzu viel ist ungesund. Nur Abwechslung im Programm ist ein gutes Programm.

Elfi Brandmaier Hausham

Ich bin auch schon 65 Jahre und gehöre somit selber der älteren Generation an. Dennoch halte ich es für längst angebracht, dass der BR diese Sendung mit immer den selben Gejodle, den noch schlimmeren Texten, die meist auf dem dümmlichen Reim „Oima“ und „Koima“ basieren, endlich aus dem ersten Programm verbannt. Das Schrecklichste waren aber die Sprecher, deren Einfallsreichtum dem eines Gestalters für Fenster eines Supermarktes gleicht, wenn sie die „Buama“ und „Madln“, die Drei- und Viergesänge angesagt haben. Schon Ludwig Thoma hat diese Art der Volksmusik veräppelt, nicht zuletzt in der Einleitung zu seiner Heiligen Nacht: „Alle Weg san verwaht…“ Nur haben die meisten seiner Landsleute bis heute noch nicht die Ironie dieser Persiflage kapiert. Gott sei Dank haben Gruppen wie die Biermösl Blosn neue Zeichen gesetzt. Und was wollen diese Kritiker denn noch? Sie sollen sich halt ein billiges Digitalradio besorgen, wenn sie meinen, ohne den geschmalzten Schmarrn nicht einschlafen zu können.

Wolfgang Sellinger Eichstätt

Nicht nur das Radioprogramm, auch im Fernsehen gibt es so gut wie keine Volksmusiksendungen mehr. Erst Michi Harles mit Melodien der Berge, dann Hansi Hinterseer und zum Schluss noch Andy Borg und der Musikantenstadl – es ist zum aus der Haut fahren. Wird das öffentlich-rechtliche – da ist der BR in bester Gesellschaft – mehr und mehr zu Gaga-TV? Übrigens ist die Liebe zur Volksmusik nicht altersabhängig, ich bin jetzt 54 Jahre alt und höre seit Kindestagen nix anderes. Denn die Liebe zu Volksmusik oder volkstümlicher Musik ist nicht eine Frage des Alters, sondern einzig und allein des guten Geschmacks.

Robert Ertelt München

Dass der Bayerische Rundfunk BR 1 sein komplettes Programm auf nicht-bayerische Musik umstellt und seine zahlenden Kunden zwingt, neue Geräte (DAB-Autoradio) zu kaufen, beweist einmal mehr welche Verantwortlichen hier das Sagen haben. Mein Anliegen ist die Musik-Programmgestaltung im allgemeinen. Egal ob Bayerischer Rundfunk oder die zahlreichen Privatradiosender – allesamt bieten 24 Stunden gleichen Einheitsbrei – und das jeden Tag! Okay wir sind nicht in Amerika oder England, aber es müsste doch möglich sein, pro Stunde zwei oder drei Country-Doo-Wop-Blues-R&B- oder Soul-Songs einzubauen. Warum geht das bei uns nicht, weil schlichtweg das Fachwissen der so genannten Musik-Experten fehlt. Es hat fast den Anschein, dass Leute, die keine Ahnung von Musik besitzen, größere Chancen haben, bei einem Sender zu landen als umgekehrt: Wahnsinn!

 Franz Ertl München

 

 

Rudolf Ogiermann: „Viele wünschen sich ein moderneres Bild“, Interview mit Ulrich Wilhelm; Medien 8. Februar

Wenn Bayern 1 weiterhin das Radioprogramm für Bayern bleibt (wie es im Merkur stand), dann gehört wohl auch die Volksmusik dazu, die ja auch zu Bayern gehört! Ich höre täglich die Volksmusiksendung um 19 Uhr – entweder in der Küche oder im Wohnzimmer. Ich sehe nicht ein, dass ich meine guten Geräte entsorge bzw. ein Digitalradio dazustelle. Viele Volksmusikhörer sind mit der Veränderung verärgert – schließlich zahlen wir ja einen nicht geringen Rundfunkbetrag und müssen uns diese Umstellung gefallen lassen.

Ingrid Schattenkirchner München

Aber eine andere Art von Musik hat der BR schon vor langem, von den Hörern anscheinend unbemerkt, ins Aus verschoben! Wann haben Sie denn in BR1 z. B. El Condor pasa oder Il Silencio gehört? Das sind nämlich Instrumentalstücke. Im BR gilt als beste Musik offenbar nur englisch Gesungenes. Die Stücke von Bert Kaemphert, Max Greger, James Last, Billy Vaughn, Captain Cook, Ricky King und und und ... werden einfach totgeschwiegen. Auch schöne Filmmusiken hört man nicht mehr, z. B. Dornenvögel, Moonriver etc. Bei einem Urlaub im Harz vor einiger Zeit hörte ich NDR. Dort wurde eine schöne Mischung an Musikstücken geboten, viel breiter gefächert als im BR. So was würde ich mir auch bei uns wünschen.

Karl Kapfhammer Germering

Auch ich bin seit Jahrzehnten Hörer (auch Fernseher) beim BR. Auch ich war nicht immer ganz zufrieden mit einigen Vorgängen bei den Programmen. Auch verstehe ich manche kritischen Leserbriefe der letzten Zeit. Doch ist das für mich kein Grund mich vom BR abzuwenden. Was mich viel mehr ärgert, sind die Reaktionen gewisser Politiker jetzt in den Medien, die den Eindruck erwecken, dass sie den BR wieder in die Zeit zurücksetzen möchten, in der er zurecht als „Scharzfunk“ betitelt wurde. Die Zeit als noch durch die Politik eine strenge Zensur beim BR herrschte. Als zum Beispiel Sendungen wie die „Lach- und Schließgesellschaft“ und kritische Musik (z. Bsp. Lieder der „Biermösl Blosn“) nicht ausgestrahlt werden durften. Inzwischen ist der BR zu einem offenen Sender geworden, der auch kritische Sendungen und „eine eigene Meinung“ in seine Programme stellt. Anscheinend möchten gewisse Politiker jetzt den BR in diese Zeiten zurücksetzen. Angefangen bei dem „Heimatminister“ (eigentlich „Heimatzerstörminister“) Herrn Söder, der anscheinend nicht genug Platz im BR-Programm erhält! Sodann die beiden „Möchtegern-Politiker“ Pronold und Rinderspacher von der SPD, wobei sich Herr Pronold schon bei seinem lächerlichen Protest betreffs „Schwaben Weißblau“ schwer blamiert hat. Mein Tipp: Er sollte sich doch beim, von ihm erwähnten „Staatsfernsehen Nordkoreas“ bewerben. Hier würde aber sicher eine Abfuhr erleben, da dort schon genug lächerliche Gestalten ihre eigenen Sendungen haben. Dass auch die Grünen und die Freien Wähler in den Protest mit einstimmen verstehe ich ja. Da sie ja sonst kaum mit ihren eigenen Ideen jemanden hinterm Ofen herauslocken. Ich hoffe, dass sich die BR-Führung von diesem „politischen Kasperltheater“ nicht beeinflussen lässt und ihren Weg unbeirrt weiter verfolgt. Denn sie ist nicht nur für irgendeine Minderheit zuständig, sondern für die große Mehrzahl der Hörerschaft und die ist, soweit ich das mitkriege, meist mit dem BR zufrieden. Ein kleiner Nachtrag betreffs Kosten für DAB-Radio: Ich habe für 39 Euro ein DAB-Radio (TechnoSat) erhalten, wo sogar der BR-Heimatkanal eine eigene Taste hat und man unzählige andere Programme aller Couleur empfangen kann.

Werner Friess Hohenkammer

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