Gibt es keine Grenzen mehr?

Katja Kraft: Unerträglich; Kommentar,Rudolf Ogiermann: Den Mund verbrannt; Medien, Entschuldigung fällig; Leserforum 5. Februar

Die Sendung Fastnacht in Franken des BR gehört für mich jedes Jahr eindeutig zu einem medialen Höhepunkt. Deshalb ist die Vorfreude auf diese Sendung immer auch besonders groß. Und die Altneihauser Feuerwehr setzt dem närrischen Treiben meist das Sahnehäubchen drauf. Aber was die sich heuer geleistet haben, darf bei aller Narretei und Klamauk nicht folgenlos bleiben. Ja sind die denn jetzt von allen guten Geistern verlassen? Da war das Böhmermann-Gedicht über den Erdogan eher ein Kindergedicht gegen diese Unverschämtheit. Wenn heute noch keiner weiß, was primitivster Sexismus ist, dann weiß er/sie das spätestens seit Freitag Nacht und diesen verbalen Entgleisungen. Würden beim Nockherberg-Anstich sich die Akteure so eine wirkliche Niedertracht erlauben, wären sie die längste Zeit dabei gewesen und die Verantwortlichen hätten sich tausendmal dafür entschuldigt. Das erwarte jetzt nicht nur ich vom BR sondern bestimmt auch weitere Zehntausende der Zuschauer. Ich hoffe nur, dass der französische Präsident die Größe hat und die deutsch-französische Freundschaft nicht belastet sieht. Ich finde es ausgesprochen gut, dass die Redakteure des Münchner Merkur das auch so sehen. 

Rudi Püchner Forstern

Ich möchte Herrn Tippelt aus tiefster Seele zustimmen. Die Altneihauser Feuerwehrkapell’n, die uns viele Jahre erheitert hat, auf die man sich die Sendung hindurch schon neugierig gefreut hatte, war diesmal völlig aus der Spur. Es ist etwas anderes, seine Gastgeber mit Beleidigungen und Bosheiten zu necken, die ein feierlauniges Publikum gerne in Kauf nimmt, als ein Staatsoberhaupt und dessen Ehefrau aufs Schlimmste zu beleidigen und verletzen. Hier wurde die Grenze des guten Geschmacks eklatant überschritten. Nach dieser Entgleisung gehört die Feuerwehr tatsächlich aus dem Verkehr gezogen.

 Inge Wax Langenbach

Die Altneihauser Feuerwehrkapell’n ist dafür bekannt, dass sie nicht gerade zärtlich mit denen, die sie auf den Arm nimmt, umgeht. Deswegen wird sie auch verpflichtet. Ob die Witze über Frau Macron die Grenzen des guten Geschmacks überschreiten, muss jeder für sich selbst beurteilen. Bisher hat sich niemand daran gestört, wenn die Altneihauser Berlusconi, Trump, Erdogan (ausschließlich Männer)und die heimischen Politiker kräftig auf die Schippe nehmen und das, was viele insgeheim denken, sicher total überzeichnet vortragen. Das müssen Personen, die in der Öffentlichkeit stehen, aushalten, wie wir seit Böhmermann wissen. Die Freiheit der Komödianten und Satiriker jetzt auch schon im Fasching einschränken zu wollen ist Zensur, zumal die Landtagsvizepräsidentin so tut, als wäre sie der Veranstalter. Ich bin auf die Reaktion der Altneihauser im nächsten Jahr gespannt. Das Maul werden sie sich nicht verbieten lassen. 

Erwin Michael Kinateder Murnau

Ein dreifach donnerndes Pfui! Zu Herrenwitzen – pfui! Zur Altneihauser Feierwehrkapell'n’n – pfui! Zum applaudierenden Publikum – pfui! Ist den bei der Generalprobe niemandem etwas aufgefallen? Brigitte Macron ist eine sehr attraktive Frau. 

Thea Rößner Böbing

Alle Jahre präsentieren sich unsere Politgrößen bei einer vom BR organisierten Veranstaltung zur Faschingszeit unter dem Titel „Fastnacht in Franken“. Dabei nimmt den größten Teil der Veranstaltung die Vorstellung und Präsentation der in den vordersten Reihen sitzenden Größen unserer Gesellschaft ein und in den Beiträgen der Humoristen, die ja zwischenzeitlich alle ihre festen Sendeplätze im BR haben, wird sorgfältig darauf geachtet, dass zwar alle wichtigen Persönlichkeiten angesprochen, aber ihre Arbeit nur humorvoll und ja nicht kritisch behandelt wird. Dabei hätten doch gerade jetzt nach Jamaika und GroKo viele Dinge angesprochen und sicherlich manch schöner Beitrag für die Bühne in Veitshöchheim hätte geschrieben werden können. Aus Rücksichtnahme auf alle daran beteiligten Parteien und deren Akteure, wurde darauf scheinbar jedoch verzichtet oder mussten auf oberste Anweisung wieder gestrichen werden. Was übrig bleib waren einzelne gute Faschingsbeiträge mit Humor, eine über die Maßen strapazierte Selbstdarstellung vieler Gäste im Saal und als Höhepunkt der unerträgliche Auftritt einer Truppe aus der Oberpfalz. Sollte es bei diesem Niveau der Sendung bleiben, schlage ich als künftigen Titel dafür vor: „Fast Nacht in Franken“. 

Johann Neumeier Unterammergau

Eigentlich bin ich ein Fan der Feuerwehrkapelle, obwohl sie so oberpfälzerisch derb ist. Aber der Beitrag bei der Prunksitzung bzgl. Frau Macron war mehr als unter der Gürtellinie und ich hoffe, dass so was nicht mehr vorkommt. Wenn Männer wesentlich jüngere Frauen haben, ist das auch keinen Beitrag wert? Mann/Frau müssen sich gut verstehen und lieben, egal welche Unterschiede. Das ist das Wichtigste und geht Außenstehende gar nichts an. 

Rosemarie Friedl Hebertshausen

Vielen Dank für den Kommentar „Unerträglich“ von Katja Kraft zum Thema Chauvi-Sprüche bei Fastnacht in Franken. Diese untere Schublade hat – wenn überhaupt wo – im Fernsehen nichts zu suchen. Sie steht für mich im Regal der geschmacklosen dummen Sprüche, wie sie auch schon ein Herr Böhmermann auf sein Publikum losgelassen hat. Völlig egal für mich, auf welche Person sie sich bezieht. Und nicht nur als Frau würde mich interessieren, was die ein oder andere Person im Saal an diesem Spaß zum Applaus veranlasst hat. Selbst als Fernsehzuschauer hat man eine peinliche Zurückhaltung in Sachen Beifall im Publikum bemerken können. Mir wurde die Freude an meiner Lieblingsfaschingssendung jedenfalls verdorben. 

Walter Viessmann Garmisch-Partenkirchen

Ich habe mich mal schlaugemacht, was eigentlich Fasching bzw. Karneval bedeutet. Karneval Latein: carrus navalis heißt“ Narrenschiff. „So gesehen ist der Karneval ein Ausnahmezustand, der Freude bringt und Verrücktes zulässt. Er ist jedoch befristet und mahnt an die bevorstehenden Fastenzeit. Warum also die Aufregung wegen des Auftrittes der Altneihauser Feierwehrkapell’n, die schon seit 30 Jahren vor allem die Franken übelst auf die Schippe nehmen. Und wenn mal eine Frau Macron dabei ist, dann sollte gleich eine Entschuldigung folgen? Unsere Bundeskanzlerin und Politiker erfahren von unseren Kabarettisten das ganze Jahr Beleidigungen. Aber wer die Wertigkeit seiner Person weiß, der wird sicherlich darüber stehen. Auch Frau Macron. 

Monika Kotter Hohenlinden

Sie haben vollkommen Recht, die frauenfeindlichen Sprüche der Musikkapelle über Brigitte Macron zu kritisieren. So etwas geht nicht an. Ihre Kollegen von Merkur Online sind jedoch genauso gestrickt. Zitat: „Vergleicht man sie (Katharina Schulze) mit Emilia Clark, dann ist das so ein bisschen, als ob man einen VW Passat neben einen Lamborghini...“ – dann weiter: „Hoffentlich macht sie sich nicht auch noch nackig.“ Also wer Frauen mit Automodellen vergleicht, muss sich schon fragen, was er für ein chauvinistisches Frauenbild hat. Billiger geht es wohl nicht. Gerhard Polt hat diese Mechanismen in seinem Film „Kehraus“ übrigens ziemlich gut getroffen. 

Paul Martin Wildenauer Wackersberg

Was regen sich diese einseitigen Sensibelchen hier plötzlich so künstlich auf? Hätte diese Kapelle ihren geistig kranken Ausfluss über die Familie Trump gemacht, wäre ihr das Lob der ganzen Nation, samt verzichtbaren Orden, sicher gewesen. Was erwartet man in einer Hauptzeit der Narren? Irgendetwas Intelligentes? Träumt weiter und erfreut euch an Dummheit, Blödgeschwätz und Beleidigungen in dieser ach so lustigen Zeit, solange es einen nicht selber betrifft! 

Joachim Weiss Freising

Was war das denn? Auf den Auftritt der Altneihauser Feierwehrkapell’n kann die „Fasnacht in Franken“ stolz sein. Liest denn niemand die Texte bevor die oft als ein Flaggschiff des BR bezeichnete Sitzung in Veitshöchheim auf Sendung geht? Auf die aus der untersten Schublade geholten Zoten von Herrn Neugirg kann man getrost verzichten. Dieses überholte und unverschämte Stammtischfrauenbild zeigt deutlich, dass die #metoo Debatte wahrlich nicht sinnlos ist. Aber eventuell ist den Altneihausern ihr jährlicher Pflichtauftritt im Feindesland Franken ja so zuwider, dass sie auf diese Weise versucht haben, im nächsten Jahr gar nicht erst eingeladen zu werden. Ansonsten ist vielleicht die geplante österreichische Maut für Feuerwehren gar nicht so schlecht wie gedacht? Aber dann bitte gleich bei der Einreise – Franken Helau! 

Renate Stocker Gilching

Höchste Zeit, den Fasching unter politisch korrekte Beobachtung zu nehmen und mit entsprechend heiligem Bierernst zu kommentieren. Die Alteneihauser Feierwehrkapell‘n hat bei der vom Bayerischen Fernsehen direkt übertragenen Fastnacht in Franken mit in Verse gekleideten Anmerkungen über die Frau des französischen Staatspräsidenten Macron endlich den längst fälligen Alarm ausgelöst. Die im Fasching naturgemäß auf den Kopf gestellte Welt musste unbedingt noch vor dem Aschermittwoch auf die moralisch richtigen Füße aufgebockt werden. Vielleicht sollten die beflissenen Kritikerinnen und Kritiker der zahnluckerten und geschwärzten Narren aus der Oberpfalz bei Gelegenheit in der hoch gerühmten französischen Satirezeitschrift „Charlie Hebdo“ nachschauen. Dort wird das Thema Emmanuel und Brigitte Macron in einer Weise abgehandelt, gegen die das Statement des Altneihauser Feierwehrkommandanten sich wie ein leichtes Säuseln ausnimmt. Da bleibt manchen doch das einst beflissen geredete „Je suis Charlie“ (Ich bin Charlie) im Halse stecken. Übrigens muss aus solcher Perspektive erlaubt sein, zu fragen, ob Markus Söder mit seinem Prinzregentenkostüm versteckt andeuten wollte, er beabsichtige, die Republik in Bayern zu stürzen und für sich und die Seinen die erbliche Monarchie wieder einzuführen. Das kommt dabei heraus, wenn man Narrensprüche ernst nimmt. 

Winfried Röhmel Forstining

Jedes Jahr freut man sich auf den Frankenfasching, weil er immer sehr schön ist. Aber was die Feuerwehrleute aus der Pfalz sich in diesem Jahr geleistet haben, war derart unter der Gürtellinie. Gibt es eigentlich keine Grenzen mehr? Die Auswüchse über die Frau des Französischen Präsidenten waren derart primitiv und mit nichts zu entschuldigen. Eine Beleidigung für alle Frauen in diesem Alter. Diese Leute können sie eigentlich streichen mir haben die noch nie gefallen. Hat ein alter Mann eine junge Frau, wird er bestaunt und beneidet, aber umgekehrt sehen sich diese Herren befugt, in dieser Art und Weise über die Frau her zu ziehen. Leider gibt es ja kaum noch Tabus, was sehr traurig ist. Die Verantwortlichen sollten mal darüber nachdenken. 

Doris Dorsch Weilheim 

Die Sendung der Fastnacht in Franken vom 2. Februar 2018 hat uns viel Spaß gemacht. Aber der Auftritt der Feuerwehrkapell’n war unter aller Kanone: Die Pointen durchweg primitiv- pubertär, unterstes bierseliges Stammtischniveau. Und die verunglimpfende Attacke gegen die Macrons war schlicht ordinär und unwürdig. Zum Glück ging’s danach wieder lustig weiter. 

Dr. Ulf-H. Knabe Weilheim

Auch heuer wieder so reich an brillantem Geist und sprühenden Witz, wieder ein glänzendes Feuerwerk intelligenten Humors. Doch der Schlusspunkt geriet nicht zum erwarteten Höhepunkt, sondern wurde ein geschmackloser Tiefpunkt. Was hat die sonst hoch geschätzte Altneihauser Feierwehrkapell´n so zum Entgleisen gebracht? Auch wenn der Fasching nicht die Jahreszeit für verbale Korrektheit ist: Die „Gags“ gegen Frau Macron und dazu einige andere waren schlimm geschmacklos und haben mehr mit Körperverletzung als mit Spaß zu tun. Mitmenschlichen Respekt darf man auch maskiert nicht verlieren - auch und gerade nicht vor über vier Millionen Zuschauern. 

Peter Maicher Zorneding

Der Beitrag der Altneihauser Feierwehrkapell’n war einfach unmöglich und zudem sehr peinlich –war unterste Schublade! Habe mich über die Geschmacklosigkeit sehr geschämt. 

Sigrid Rosanka Bad Tölz

Die Aufregung über die Altneihauser Feuerwehr kann ich nur zum Teil nachvollziehen. Hier herrscht doch ein großer Unterschied in den Empörungen, je nachdem, wie die angesagten Personen dem Mainstream der heutigen Medien entsprechen. Dieselben Kreise, die jubeln, wenn ein Herr Böhmermann den türkischen Präsidenten als Ziegenficker bezeichnet, hier wird uns erklärt, was Satire kann und darf, dieselben Kreise sind jetzt empört über die Altneihauser Feuerwehr, die Witze über Frau Macron macht. Hier zeigt sich wieder einmal die große Heuchlerei, die in Deutschland herrscht. Was bei gewissen Kreisen gewünscht ist, wäre Satire, was ihnen nicht entspricht ist Diffamierung. 

Franz Knogler Grafing

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