Fauxpas beim Fastnacht in Franken

Rudolf Ogiermann: Voll daneben; Medien, Gibt es keine Grenze mehr?; Leserforum 6. Februar

Die alljährlich durch die Meiden aufgepuschten Einschaltquoten befeuern die Idioten. Narrenfreiheit ja, aber bitte nicht unter der Gürtellinie. Die Altneihauser Feierwehrkapell’n sollten sich bei Frau Macron entschuldigen. Narrenfreiheit ist nicht gleich Fressefreiheit. 

Hildegard Pfeffer Peiting

Die Narren, auch die Altneihauser Feierwehrkapell’n, halten uns in diesen Tagen den Spiegel vor. Und nicht immer gefällt uns, was wir darin sehen. Wenn sich Maskierte über den Altersunterschied zwischen Macron und seiner Frau lustig machen, spiegelt das nur wieder, dass das überhaupt ein Thema im vergangenen Jahr war. Ist eigentlich jemandem aufgefallen, dass in der ganzen Sendung Frauen nur in drei Rollen aufgetreten sind - als Sängerin am Anfang und am Ende, als uniformierte Tanzgarden, die ihre Beine samt Unterwäsche präsentierten, und als verbiesterte Putzfrau? Vor diesem Hintergrund kann man Diskussionen über die Altherrenwitze der Oberpfälzer nur als scheinheilig und bigott bezeichnen. 

Dr. Florian Mühlegger Peiting

Auch ich war erschrocken über die Texte und die Verachtung, die da mitschwangen. Außerdem fand ich, dass der gesamte Auftritt diesmal sehr zu wünschen übrig ließ, eine Art Gurkentruppe, die aus der Turnhalle sich nach Veitshöchheim gewagt hat. Schade, denn ich habe die Altneihauser schon ganz anders erlebt, auch außerhalb des Faschings. Warum hat man nicht bei der Generalprobe schon eingegriffen, als noch was zu retten war? 

Claudia Schmitt Olching

Auch dieses Jahr war (neben Michl Müller, dem Schnellstfeuergewehr aus der Rhön) es der Spaß wert, auf den Schluss- und Höhepunkt von Veitshöchheim zu warten. Die Altneihauser sind in ihrem Format nach wie vor nicht zu überbieten – auch franken-transzental. Das ist bodenständig-authentische Kabarettkunst - dabei intelligent durchdacht und deftig-bunt illustriert gebracht; Witz, Reim, Rhythmus sitzen spitze. Du kannst Dich in allen möglichen einschlägigen (Kollegen-)Kreisen umhören, du wirst nicht viel Unterschiedliches hören. Im Gegenteil heißt es: Die hätten heuer ruhig und sogar noch „feuriger“, noch „spitzer“auftreten sollen! - Anderes aber muss man vernehmen, wenn sich eine ansässige Ortspresse oder eine Sub-Vorsitzende (aus einer kleinen Partei) offensichtlich profilieren wollen. So geschehen in der sich zuständig und berufen fühlenden „Mainpost“, so auch in Gestalt einer (für mich erstmals in Erscheinung tretenden) Inge Aures. Aber freilich, jetzt meint die Fränkin aus „in Bayern fast oben“), also, sie meint, in Unter-Franken die Geschmackshüterin spielen zu müssen, maßt sich an, den Moral- und Diplomatengürtel (im Fasching!) fixieren zu müssen. Der Gipfel der Anmaßung war ja die Zensur, die unmittelbare Drohschelte am Tatort. Unglaublich! Wo sind wir denn? Um es noch mal auf den Punkt zu bringen: Hat die Dame die heurige Abwesenheit vieler Landtagsgrößen bloß für die Darstellung ihrer sonst abgehenden Importanz nutzen wollen? Was braucht die denn der Macron zu sorgen, wenn ein dörflicher Oberpfälzer Stoß-Trupp sich (im Fasching!) auf den glatten gallischen Musterhahn ein-böllert? Der verliert deshalb seine Façon so schnell nicht! Oder wollte sie sich gar als pan-fränkisch-bayerisches, deutsches, frankophiles und feministisches Schutzschild von Madame Brigitte M. anbiedern? Ein Helau in die Pfalz! Bleibt so, wie Ihr seid – gerade beim Frankenfasching in Veitshöchheim! 

Wolfgang Klofat Wolfratshausen

Beiden Berichten ist eigentlich nichts hinzuzufügen, wenn man nur den Auftritt der Altneihauser Feierwehrkapell’n separat betrachtet. Die Veranstaltung „Fasching in Franken“ hat sich dieses mal um ein erhebliches Maß seichter und weit „unter der Gürtellinie“ dargeboten. Dies mag vielleicht auf das Fehlen von markanten Politikern begründet sein, auch die Mehrzahl der anderen Auftritte sind den bisherigen Veranstaltungen in den letzten Jahren nicht gerecht geworden. Zum ganz großen Teil meinen manche Darsteller - Gruppen wirklich: Je schlüpfriger die Verse, um so garantierter ist der Beifall des Publikums. Dies ist ein großer Irrtum. Die Veranstalter sollten sich gut überlegen ob man die Altneihauser Feierwehr das nächste Jahr noch mal einladen muss, es könnte für andere Gruppen ein Signal sein, dass sich Zuschauer nicht mehr an den erhofften Quoten beteiligen. 

Joseph Bachmeier München

Zu diesem Leserforum fällt mir nur das Zitat des deutschen Journalisten Edmund Kreuzner ein: „Hast Du im Leben 1000 Treffer, man hört’s, man sieht’s, man geht vorbei, doch lauthals brüllt der kleinste Kläffer, schießt Du ein einzig mal vorbei.“ 

Gerhard Göhringer Hebertshausen

Frankenfasching – daneben! Bislang fand ich den Frankenfasching, über den der „Merkur“ am 5.1, berichtete, meist originell und amüsant. Lag es am Bayerischen Rundfunk oder am Fehlen der Schutzpatronin dieser Kultsendung, Landtagspräsidentin Barbara Stamm, dass diesmal eine arge Panne passierte? Konnte ich noch als Genießer die ätzenden Bemerkungen der oberpfälzer Feuerwehr über den Frankenwein als durch zu viel Bierverbrauch bedingt abtun, so stießen mir doch die Bemerkungen über den Altersunterschied zwischen dem französische Staatspräsidenten und seiner Frau sauer auf. Sie waren schon unter frauenpolitischen Aspekten voll daneben. Angelt sich nämlich ein älterer Mann, Gerhard Schröder, noch im 5. Anlauf eine deutlich jüngere Frau, so wird dies vielfach schenkelklopfend anerkannt. Im umgekehrten Fall aber findet man so etwas in der Regel unangemessen und kritikwürdig. So mag man dies an oberpfälzischen Wirtshaustischen bespötteln, aber bitte nicht im öffentlich-rechtlichen Fernsehen des BR ! Noch schlimmer aber fand ich die recht sexistische Kommentierung im Hinblick auf unser Verhältnis zu Frankreich. Unter Ministerpräsident Alfons Goppel, seinen Zeitgenossen und Nachfolgern, hat sich Bayern stets als Vorreiter der Freundschaft zu unseren französischen Nachbarn gesehen. Da wären selbst im Fasching solche niveaulosen Witzeleien über den höchsten Repräsentanten des französischen Staates und seine Frau in einer bayerischen Rundfunk- und Fernsehanstalt undenkbar gewesen. Sie verbieten sich auch heute und hätten spätestens nach der Generalprobe gestrichen werden müssen. Ob sich Intendant Wilhelm wenigstens zu einer Entschuldigung für diesen Fauxpas bereit findet? 

Dr. Ludwig Kippes Puchheim

Den Mund verbrannt „Viele“ im Saal urteilten betreten und die bayernweit annähernd völlig unbekannte SPD-Frau Aures drohte gar mit Rauswurf, offenbar prädestiniert durch ihr politisches Amt. „Viele“ Fernsehzuschauer reagierten erbost und „viele“ (?) - also bisher insgesamt 3 - Merkur-Leserinnen schrien auf. Wir erfahren, was Frau Wiele peinlich ist, und dass sie der Leidenschaft des Fremdschämens frönt. Wir hören mit Staunen, dass Frau Engstle offenbar persönlich über das gute Funktionieren der Ehe Macrons informiert wurde. Zuletzt teilt Leser Jaeckel mit, dass er die AFK nicht mehr sehen möchte. Dieser Wunsch wird bei den Oberen des BR, die - ungeachtet betretener Gesichter und einiger Buhs - nichts mehr entzückt als eine sehr gute Quote, wohl mit frenetischem Beifall bedacht werden. Nach so „viel“ Sachinformation durch den MM bewerte ich die Altneihauser Feierwehrkapell´n nach wie vor als Highlight der Veranstaltung. Und ich hoffe „viele“ sehen das ebenso. Apropos Fasching: Auf einem alten Fahrrad lernt Mann fahren. Galt und gilt in Bayern für viele schon seit Beginn des 20. Jahrhunderts! Nix für ungut. 

Manfred Huber München

Was für eine Aufregung um nichts bzw. ein Zitat „auf oide Radl lernt ma s´ fohn (fahren)“ Der Spruch ist so alt wie der Böhmerwald ! Wie ein Leserbriefschreiber richtig festgestellt hat, wäre es gegen Präsident Trump oder gar gegen unsere Bundeskanzlerin Frau Dr. Angela Merkel gerichtet, keiner aus dem Publikum hätte sich darüber mokiert, im Gegenteil, die unberechtigte Freude wäre groß gewesen, aber so.......! Liebe Altneihauser Feuerwehrkapell´n wir freuen uns schon auf nächstes Jahr, Stoff gibt es ja jetzt genügend; im übrigen, nach unserer Meinung habt ihr absolut nichts falsch gemacht. Was man kritisieren kann , das Publikum wird immer fader, immer darauf bedacht nicht an der falschen Stelle zu klatschen oder gar zu lachen. Anmerkung: Über das niveaulose Gefasel einer Luise Kinseher auf dem Nockherberg regt sich doch auch keiner auf. Ach ja, da geht es ja auch um unsere Politiker, da kann man sich ja weit unter der Gürtellinie äußern.

Waltraud Bruns Hattenhofen

Humor ist wenn man trotzdem lacht diese Weisheit hörte man früher öfters. Aber was ist heute Humor? „Alles“ würde man heute sagen müssen. Nein aber entgegnen. Der Feuerwehrkommandant zu Fastnacht in Veitshöchheim, wohl weil er zu den begehrtesten und bedeutendsten Mitwirkenden gehört von jenen die in Franken auftreten - ist er auch in der Gefahr seiner Bewunderer geraten. Doch werden ihn Kommentare weiterhin begleiten, einer davon möchte ich sein dürfen! Nun wäre es an der Zeit einmal - den bevorstehenden Nockherberg in München unter die Luppe zu nehmen zumindest, wie es bereits Frau Landtagspräsident Barbara Stamm schon vormachte, die freilich in Veitshöchheim wirklich fehlte - abging. Die Deutsch-Französische Freundschaft wird wegen Veitshöchheim nicht gefährdet sein - wenn wir dabei nur nicht nachlegen, wie es geschieht. Aber wer hatte Frau Bundeskanzlerin - wegen des Singspiels am Nockherberg vor fast zwei Jahren geschlitzt - wer regte sich darüber auf - dass man die Spitzenpolitikerin - immer hin Kanzlerin - per Zwangsjacke unter verhaltenen Jubel abführte. Oder war die Szene so mies dass man das nicht bemerkte - nicht sehen wollte? Das Kabarett darf Herrn Ministerpräsidenten Stoiber Jahre ob eines kleinen Sprachfehlers unaufhörlich parodieren, gefällt sich darin noch auch das wäre einmal zu brandmarken! 

Hannes Heindl Freising

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